Glossar

6. Februar 2026
  • Ableismus: Diskriminierung von Menschen aufgrund körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen, die von der als „normal“ definierten Norm abweichen.

  • Antisemitismus: Eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass ihnen gegenüber ausdrücken kann.

  • BIPoC (Black, Indigenous and People of Color): Diese oft verwendeten Begriffe bezeichnen jene Menschen und Gruppen, die vielfältigen Formen von Rassismus ausgesetzt sind und damit eine gemeinsame Erfahrung teilen. All diese Begriffe sind Selbstbezeichnungen und stehen auch für den Kampf für Gleichstellung.

  • Dekolonialität: Theoretisches Konzept und Praxis, das die anhaltende Wirkung kolonialer Machtstrukturen (auch nach formaler Entkolonisierung) kritisiert und Alternativen aus marginalisierten Perspektiven entwickelt. Es zielt darauf ab, die koloniale Matrix (Verflechtung aus Rassismus, Kapitalismus & Patriarchat) zu überwinden.

  • Diskriminierung: Die Kategorisierung von Menschen in soziale Gruppen, wobei angenommene oder tatsächliche Unterschiede zum alles entscheidenden Unterschied gemacht werden, was zu Benachteiligung führt

    • Individuelle Diskriminierung: (Bewusste oder unbewusste) Diskriminierung durch Einzelpersonen in zwischenmenschlichen Interaktionen.

    • Institutionelle Diskriminierung: Diskriminierung, die aus dem alltäglichen Funktionieren von Organisationen hervorgeht, z.B. durch Regelungen und Mechanismen, die bestimmte Gruppen benachteiligen.

    • Strukturelle Diskriminierung: Verfestigung von interaktiver und institutioneller Diskriminierung zu gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Strukturen, die alle Lebensbereiche durchziehen.

  • Empowerment: Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften erhöhen sollen und es ihnen ermöglichen, ihre Interessen (wieder) eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten.

  • FLINTA*: Ein Akronym, das für Frauen, Lesben, Inter-, Trans- und Agender-Personen steht. Das Sternchen am Ende dient als Platzhalter für weitere nicht-binäre Geschlechtsidentitäten und soll die Inklusivität des Begriffs betonen.

  • Intersektionalität: Das Verständnis, dass soziale Kategorien wie Gender, Ethnizität, Nation oder Klasse nicht isoliert voneinander betrachtet werden können, sondern in ihren „Verwobenheiten“ oder „Überkreuzungen“ (intersections) analysiert werden müssen, um das gleichzeitige Zusammenwirken von sozialen Ungleichheiten zu erfassen.

  • Klassismus: Diskriminierung aufgrund der sozialen Zugehörigkeit, basierend auf konstruierten Bildern über die „Trägheit“, „Faulheit“, „Zügellosigkeit“ (Kinderreichtum) oder „Bildungsferne“ der einkommensschwachen Schichten.

  • Kolonialismus: Historische Praxis der Unterwerfung und Ausbeutung von Territorien und Völkern, die durch die Vorstellung einer Überlegenheit „weißer“, europäischer Menschen gerechtfertigt wurde und rassistische Konstruktionen hervorbrachte.

  • Lookismus: Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer äußeren Erscheinung, die vermeindlich nicht ins gesellschaftliche Ideal passen.

  • Othering: Othering bezeichnet die Konstruktion einer Person oder Gruppe als „anders“ und „fremd“, um die eigene Gruppe („Wir“) als „normativ“ aufzuwerten.

  • Queerfeindlichkeit: Diskriminierung von Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, die von der Heteronormativität abweicht.

  • Radikalisierung: Ein Prozess, in dem sich eine Person vom gesellschaftlichen Konsens entfernt und Grundwerte und -freiheiten infrage stellt, oft verbunden mit dem Wunsch, die Gesellschaft entsprechend eigener Vorstellungen umzugestalten.

  • Rassismus: Basiert auf einer historisch gewachsenen Einteilung und Kategorisierung von Menschen anhand äußerlicher Merkmale oder vermeintlicher Kultur, Abstammung, ethnischer oder nationaler Herkunft oder Religion, die zu Homogenisierung, Hierarchisierung und Ausgrenzung führt.

  • Rassismuskritik: Ein analytisches Instrument, um institutionelle Organisations- und Handlungslogiken daraufhin zu prüfen, inwiefern sie auf rassismusrelevantem Wissen aufbauen und Rassismus reproduzieren, mit dem Ziel, Rassismus sichtbar zu machen, aufzuklären und entgegenzuwirken.

  • Rassismuskritische Kompetenzen: Fähigkeiten, Rassismus in seinen individuellen, institutionellen und strukturellen Dimensionen zu erkennen, zu verstehen, zu reflektieren und aktiv dagegen zu handeln, indem man bestehende Machtverhältnisse und rassistische Strukturen hinterfragt und sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft einsetzt.

  • Safer Space: Ein geschützter Raum für marginalisierte Gruppen, der intensiven Austausch und Schutz vor Diskriminierung bietet.

  • Sexismus: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, oft basierend auf historisch langlebigen Konstruktionen zur mütterlichen Natur der Frau oder Bildern der Frau als eher soziales, emotionales Wesen gegenüber rationalen Männern.

Autor*in

  • Teodor Negrea, (alle Pronomen; genderfluid), Student*in an der Universität Leipzig im Masterstudiengang Begabungsforschung und Kompetenzentwicklung. Arbeitet momentan an der Masterarbeit mit dem Thema „Empowerment-Workshops zur Förderung rassismuskritischer Kompetenz für Lehramtsstudierende mit eigenen Rassismuserfahrungen“. Seit 2025 freiberufliche*r Referent*in zu Rassismus im Bildungssystem.

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