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Was ist für Lehrende schwierig?

Was ist für Lehrende schwierig?

Einige typische Fallbeispiele, von denen Lehrende im kollegialen Austausch berichten:

  • Studierende kommen zu spät, da sich Lehrveranstaltungen überschneiden
  • Die Lernenden sind unkonzentriert aufgrund der Tageszeit
  • Studierende nehmen gleichzeitig an zwei Online-Lehrveranstaltungen teil und sind somit nur partiell dabei
  • Die unterschiedliche technische Ausstattung und Bandbreite führt zu Problemen bei der Übertragung und der Kommunikation
  • Hybride Technik funktioniert nicht. Die Integration von Präsenz- und Onlineteilnehmenden ist herausfordernd
  • Seitengespräche in Vorlesungen stören Lehrende und andere Studierende
  • Niemand hat den Text gelesen
  • Bei Diskussionen gibt es kaum Beteiligung oder unerwartete Dynamiken
  • Gruppenarbeiten werden verweigert
  • Studierende klinken sich während Breakoutsessions aus
  • Studierende verhalten sich diskriminierend gegenüber Kommiliton:innen

 

Spezifische Schwierigkeiten für einzelne Statusgruppen

  • Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen befinden sich im Sandwich zwischen Professor*innen und Studierenden, was zu Problemen führen kann, wenn sich beispielsweise Studierende beschweren. Sie müssen teilweise in der Lehre einspringen, ohne selbst im Thema zu sein. Sie fragen sich vielleicht, wie Sie damit umgehen, wenn Sie eine Frage nicht beantworten können. Die kritische Benotung von Studierenden kann durch das kollegiale Lernklima, das Du und die Nähe zu Problemen führen. Vielleicht wurde Ihre fachliche oder didaktische Kompetenz schon einmal angezweifelt. Wahrscheinlich stehen Sie vor der Herausforderung, die eigene Forschung und die Lehre auf einer befristeten Stelle unter einen Hut zu bekommen …
  • Lehrbeauftragten fehlen unter Umständen wichtige Informationen zum Studiengang, weshalb sie „ins Blaue“ lehren oder die Sitzungen nicht auf die Prüfung abgestimmt sind. Weitere Lehraufträge hängen mitunter von der Lehrevaluation ab, weshalb Sie vielleicht den Studierenden eher entgegenkommen und die Anforderungen gering halten …
  • Professor:innen können vom „Fluch des Expert*innentum“ betroffen sein. Vielleicht fällt es Ihnen immer schwerer, sich auf die Erstsemester und deren Generation einzustellen und diese abzuholen. Die Konzepte und Folien zur Lehrveranstaltung sollten dringend aktualisiert werden oder sind durch die jahrelange Überarbeitung inzwischen so komplex, dass eine didaktische Reduktion nötig wäre. Wenn es zwischen Professor:innen wenig Absprachen gibt und die Positionen sehr verschieden sind, bilden sich solche Konflikte in den Lehrveranstaltungen ab und werden somit auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen.