Bewegte Lehre
Thesen
- Bewegte Lehre erhöht Ihre Lehrqualität, indem durch dynamische, interaktive Methoden die Aufmerksamkeit, Motivation und Engagement der Studierenden steigt.
- Bewegte Lehre ist ein innovativer Ansatz, der die Hochschuldidaktik bedürfnisorientiert weiterentwickelt.
- Eine ganzheitliche studentische Aktivierung, die neben der kognitiven auch die körperliche Dimension einbezieht, verbessert das Lernen und die Lehrqualität.
- Bewegung macht Hochschulseminare menschengerechter - und dadurch effektiver und gesundheitsfördernder.
- Langes Sitzen birgt gesundheitliche Risiken, die durch kurze, gezielte Unterbrechungen und leichte Bewegung reduziert werden können.
- Lernzeit ist wertvoll! Deshalb sollte Bewegung lernzeitwahrend in den Lehr-Lernprozess integriert und produktiv damit verknüpft werden.
- Erfolgreiche bewegte Lehre unterstützt didaktische und pädagogische Ziele gezielt – ein Ansatz, der als „gute bewegte Lehre“ bezeichnet wird.
Was ist bewegte Hochschullehre?
Was ist bewegte Hochschullehre?
In der Hochschullehre dominiert sitzendes Lernen, das normativ gesetzt ist und bereits in der Schule eingeübt und sozialisiert wird. Diese „Stillsitzlehre“ kann die Lernleistung beeinträchtigen und gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Studien zeigen, dass Bewegung die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die Lernmotivation steigert (Felez-Nobrega et al. 2018; Paulus et al., 2021). Zudem fördern regelmäßige Sitzunterbrechungen und Mikrobewegungen wie Stehen oder Gehen sowohl Ihre Gesundheit als Dozent*in als auch die Ihrer Studierenden.
Bewegte Hochschullehre bezeichnet ein Lehrkonzept, das Bewegung gezielt in den Hochschulalltag integriert, um Lernprozesse zu unterstützen und gesundheitliche Vorteile zu nutzen. Durch einen bewussten Wechsel zwischen sitzenden und aktiven Phasen wird die Lehre dynamischer, bedürfnisgerechter und effektiver gestaltet.
Das Heidelberger Modell der bewegten Lehre
Um dieses Innovationspotenzial zu nutzen, haben Chiara Dold, Jens Bucksch und ich gemeinsam das Heidelberger Modell der bewegten Lehre entwickelt (Rupp et al. 2020). Es integriert Bewegung als aktiv-dynamisches Unterrichtsprinzip, um Sitzlernen in bewegtes Lernen zu überführen. Ziel ist eine lernwirksame, gesundheitsfördernde Hochschullehre – die „gute bewegte Lehre“. Die Grundprinzipien des Modells (Rupp et al. 2020):
- Sitzendem Verhalten gezielt entgegenwirken – dort, wo es besonders ausgeprägt ist: in der Hochschule, insbesondere in der Lehre.
- Lehre bedürfnisorientiert gestalten.
- Bewegung gezielt zur Steigerung von Lernerfolg und Gesundheit einsetzen.
- Bewegungsförderung als festen Bestandteil der Hochschullehre etablieren.
- Dynamik durch Wechsel zwischen sitzenden, stehenden und bewegten Phasen schaffen.
Tipp: Videovortrag zum Heidelberger Modell der bewegten Lehre
Eine anschauliche und vertiefende Einführung in das Heidelberger Modell der bewegten Lehre bietet mein 30-minütiges Video vom University:Future Festival 2021:
Warum Bewegung in der Lehre?
Die Integration von Bewegung in die Hochschullehre bietet zahlreiche Vorteile – sowohl didaktisch als auch gesundheitlich.
1. Didaktische Potenziale
Studien aus dem Hochschulkontext zeigen, dass Bewegung die Aufmerksamkeit steigert, das Lernen unterstützt und die Lehrqualität verbessert:
- Regelmäßige Sitzunterbrechungen erhöhen kognitive Leistungsfähigkeit und Motivation (Felez-Nobrega et al. 2018; Paulus et al., 2021).
- Bewegungspausen und körperlich aktivierende Lehrmethoden verbessern Aufmerksamkeit und Konzentration (Hosteng et al., 2019; Lynch et al., 2022).
- Stehpulte reduzieren Müdigkeit und Ablenkung in Lehrveranstaltungen (Benzo et al. 2016; Jerome et al. 2017).
- Bewegende Methoden steigern Lerntempo und Produktivität (Norris et al., 2020; Podrekar et al., 2020).
2. Gesundheitliche Potenziale
Neben didaktischen Vorteilen wirkt sich Bewegung positiv auf Wohlbefinden und langfristige Gesundheit aus:
- Studierende verbringen mit bis zu 11 Stunden täglich mehr Zeit im Sitzen als jede andere Gesellschaftsgruppe (Moulin et al., 2021).
- Sitzende Tätigkeiten erhöhen das Risiko für Rückenbeschwerden und chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen (Froböse & Wallmann-Sperlich, 2023; Jingjie et al., 2022).
- Bereits kurze Sitzunterbrechungen durch leichte Alltagsaktivitäten wie Stehen oder Gehen mindern gesundheitliche Risiken (Bucksch & Wallmann-Sperlich, 2016).
- Bewegung reduziert Stress, Verspannungen und Ermüdung (Paulus et al., 2021).
- Ein bewegungsfreundliches Arbeits- und Lernumfeld unterstützt langfristig gesündere Verhaltensweisen (Lynch et al., 2022; Podrekar et al., 2020).
Vorteile auf einen Blick
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Potenzial |
Vorteile für Dozent*innen |
Vorteile für Studierende |
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Didaktisch |
Mehr Aufmerksamkeit, interaktive Lehre, bessere Lehrqualität |
Höhere Konzentration, bessere Lernleistung, höhere Lernmotivation |
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Gesundheitlich |
Weniger Stress und Verspannungen, mehr Energie, langfristige Gesundheitsvorteile |
Weniger Sitzzeiten, Stressreduktion, gesteigertes Wohlbefinden |
Tabelle: Vorteile bewegter Hochschullehre, eigene Darstellung
Tipp für Lehrende: Trailer „Bewegte Hochschullehre - ein Gewinn für alle“
Sie sind noch nicht ganz von den Vorzügen einer bewegten Lehre überzeugt? Unser Trailer fasst die zahlreichen Vorteile dieses Ansatzes kompakt zusammen – für Sie als Lehrende und für Ihre Studierenden.
Zwischenfazit
Bewegungsaktivierende und sitzunterbrechende Maßnahmen steigern die Arbeits- und Lernleistung sowie die Motivation und fördern langfristig Gesundheit und Wohlbefinden – sowohl für Studierende als auch für Sie als Dozent*in. Eine bewegte Hochschullehre bedeutet also: effektiver unterrichten, gesünder arbeiten, nachhaltiger lernen!
Wie bringe ich Bewegung in meine Lehre?
Wie bringe ich Bewegung in meine Lehre?
Bewegte Lehre umfasst mehr als gelegentliche Bewegungspausen. Sie ist ein effektiver didaktischer Ansatz, der sowohl lernwirksam als auch dynamisch und gesundheitsfördernd ist. In diesem Kapitel stelle ich die grundlegenden Gestaltungsprinzipien und -methoden vor, die wir dazu im Rahmen unseres Heidelberger Modells entwickelt haben: das Wellen-Prinzip, die Lern-Bewegungsformel und die Zwei-Schritt-Methode (Rupp, 2022). Diese wissenschaftlich fundierten Instrumente haben wir über Jahre erfolgreich in der eigenen Lehre erprobt und weiterentwickelt. Sie bieten eine praxisnahe Grundlage, um Bewegung einfach und sinnvoll in Ihre Lehrveranstaltungen zu integrieren.
Denken Sie daran: Jede Form von mehr Bewegung ist ein Gewinn – Sie müssen nicht sofort Ihr gesamtes Lehrkonzept umstellen. Bereits kleine Veränderungen, wie gelegentliche Stehphasen oder bewegte Gruppenarbeiten, haben positive Effekte. Nutzen Sie das, was für Sie und Ihre Studierenden am besten passt!
1. Das Wellen-Prinzip: Dynamische Lehr-Architekturen gestalten
Das Wellen-Prinzip ist ein handlungsleitendes Modell für die Gestaltung lebendiger und effektiver Lehrveranstaltungen. Es basiert auf dem rhythmischen Wechsel zwischen aktiven und „passiven“ Phasen – sowohl auf körperlicher als auch auf kognitiver Ebene (Rupp, 2022).
Was bedeutet das Wellen-Prinzip?
Lernen ist dann besonders wirkungsvoll, wenn es zwischen verschiedenen Zuständen „oszilliert“:
- Körperliche Welle: Wechsel zwischen sitzenden und bewegten Phasen, um Ermüdung vorzubeugen und die Konzentration zu fördern.
- Kognitive Welle: Wechsel zwischen rezeptiven Phasen (zuhören, aufnehmen) und aktiver Auseinandersetzung mit dem Lernstoff (diskutieren, reflektieren, anwenden).
Das Prinzip vermeidet einseitige Belastungen – weder durch ständiges Sitzen noch durch ununterbrochene Aktivität. Entscheidend ist der regelmäßige Wechsel.
Wie kann das Wellen-Prinzip in der Praxis umgesetzt werden?
- Strukturierung der Lehrveranstaltung: Planen Sie bewusst im 15- bis 30-Minuten-Rhythmus Wechsel zwischen Input, Reflexion und aktiven Phasen.
- Körperliche Aktivierung: Integrieren Sie kurze Haltungswechsel, Stehphasen oder kleine Bewegungsimpulse, ohne den Lernfluss zu unterbrechen.
- Kognitive Aktivierung: Lassen Sie nach Input-Phasen Zeit für Diskussion, Gruppenarbeit oder Problemlösungen.
- Dynamische Balance: Achten Sie darauf, dass sich Phasen der Bewegung und Ruhe sowie der Informationsaufnahme und Verarbeitung sinnvoll ergänzen.
Konkretes Praxisbeispiel: Gestaltung einer 90-minütigen Lehrveranstaltung
Um das Wellenprinzip anschaulich zu illustrieren, finden Sie hier eine tabellarische Übersicht zur Gestaltung einer 90-minütigen Lehrveranstaltung, die in verschiedene Phasen unterteilt ist. Die Phasen sind so gestaltet, dass sie die körperliche und kognitive Welle kontinuierlich in Bewegung halten und den wellenförmigen Rhythmus über den gesamten Unterrichtsverlauf hinweg fördern.
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Zeit (Min) |
Aktivität |
Typ |
Beschreibung |
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0-10 |
Einführung in das Thema |
Kognitiv |
Kurze Vorstellung des Themas, Ziele der Veranstaltung und Fragen an die Studierenden, um das Interesse zu wecken. |
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10-15 |
Stehende Diskussion |
Kognitiv/ Körperlich |
Studierende diskutieren im Stehen über ihre Erwartungen und Vorwissen zum Thema. Dies fördert den Austausch und aktiviert den Körper. |
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15-35 |
Dozierenden-Input |
Kognitiv |
Kurze Präsentation von Grundlagen des Themas. Der Input sollte prägnant sein und maximal 20 Minuten dauern. |
|
35-55 |
Gruppenarbeit |
Kognitiv/ Körperlich |
Studierende arbeiten in kleinen Gruppen an Fallbeispielen, die sie im Stehen oder bei Bewegung im Raum diskutieren. |
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55-65 |
Präsentation der Gruppenergebnisse |
Kognitiv/ Körperlich |
Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse, während die Studierenden Platz nehmen. Am Ende jeder Präsentation würdigen die anderen Studierenden diese mit Standing Ovations. |
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65-80 |
Diskussion und Feedback |
Kognitiv |
Offene Diskussion zu den präsentierten Inhalten. Studierende haben die Möglichkeit, ihre Gedanken und Fragen zu äußern. |
|
80-90 |
Zusammenfassung und Ausblick |
Kognitiv |
Kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ausblick auf die nächste Sitzung. |
Tabelle: Das Wellen-Prinzip in der Anwendung, eigene Darstellung.
2. Die Lern-Bewegungsformel und die Zwei-Schritt-Methode: Bewegung nahtlos in den Lehrprozess integrieren
Die Bewegungszeit ist gleichzeitig Lernzeit – ein zentrales Gestaltungsprinzip des Heidelberger Modells der bewegten Lehre. Es bildet die Grundlage der Lern-Bewegungsformel, die Bewegung nicht als störende Unterbrechung, sondern als integralen Bestandteil des Lehrprozesses versteht und nutzt. Die Formel ist einfach und direkt umsetzbar:
Lernen + Haltungswechsel = Bewegtes Lernen (Rupp, 2022)
Ihr Schlüssel zur Umsetzung: Kombinieren Sie gezielt bestimmte Lernformen (z. B. Zuhören, Erklären, Reflektieren) mit einer alternativen Körperhaltung (z. B. Stehen, Gehen).
Die Zwei-Schritt-Methode bietet Ihnen hierfür eine einfache Planungsstrategie.
Die Zwei-Schritt-Methode (Rupp, 2022):
- Lernform bestimmen: Welche Lernformen stehen bei mir auf dem Programm für meine nächste Kurseinheit – Zuhören, Erklären, Diskutieren?
- Sitzalternative wählen: Gibt es zu diesen Lernformen mögliche Sitzalternativen, um die Haltung zu variieren?
Durch die bewusste Anwendung dieser zwei Fragen gelingt die konsequente Umsetzung des Wellen-Prinzips: Regelmäßige Wechsel zwischen unterschiedlichen Lernformen werden mit Bewegung kombiniert. So entstehen natürliche Rhythmen, die Ihre Studierenden sowohl kognitiv als auch körperlich aktivieren.
Praktische Anwendung:
- Zuhören im Stehen: Lassen Sie Studierende nicht nur sitzen, sondern probieren Sie bewusstes Zuhören im Stehen aus.
- Gehende Reflexion: Nach einer Diskussion – warum nicht im Gehen nachdenken, statt am Platz zu verharren?
- Dynamische Gruppenarbeit: Fördern Sie Brainstorming und Austausch, indem sich Lernende im Raum oder draußen bewegen.
Diese kleinen, aber wirkungsvollen Anpassungen durchbrechen das starre Muster des durchgängigen Sitzens und integrieren Bewegung ohne zusätzlichen Zeitaufwand in den Unterricht. So bleibt die Lehrzeit produktiv und zugleich aktivierend – eine Win-Win-Situation für Sie und Ihre Studierenden.
Was sind bewegungsaktivierende Lehrmethoden und welches Potenzial haben sie für die bewegte Lehre?
Bewegungsaktivierende Lehrmethoden bieten im Vergleich zu bloßen Bewegungspausen einen zusätzlichen Mehrwert, indem sie Bewegung direkt in den Lernprozess integrieren und diesen somit dynamischer und interaktiver gestalten. Während Bewegungspausen eine Unterbrechung der Sitzzeit und des Lehr-Lernprozesses darstellen, fördern diese Methoden eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.
Aufbauend auf der Lern-Bewegungsformel und der Zwei-Schritt-Methode sind bewegungsaktivierende Lehrmethoden ein zentraler Baustein der bewegten Lehre im Sinne des Heidelberger Modells (Rupp et al., 2020). Sie stehen für ein „methodenbezogenes Bewegen“ und ermöglichen eine aktive, oft eigentätige Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand.
Beispiele aus der Hochschullehre:
- Galeriegang: Lerninhalte oder Arbeitsergebnisse werden auf Plakaten oder Stationen im Raum verteilt, die Studierenden bewegen sich von Station zu Station.
- Interviews außerhalb des Lehrraums: Studierende befragen Personen außerhalb des Seminarraums.
- Szenisches Lernen: Inhalte werden durch Rollenspiele erlebbar gemacht.
Durch den bewussten Einsatz dieser Methoden setzen Sie die Lern-Bewegungsformel unmittelbar um, indem Sie Bewegung mit kognitiven Prozessen verknüpfen. Gleichzeitig wenden Sie die Zwei-Schritt-Methode an, indem Sie Lernformen gezielt mit passenden Haltungswechseln kombinieren. Auf diese Weise wird das Wellenprinzip konsequent umgesetzt: Aktivierende, bewegungsreiche Lernphasen wechseln sich rhythmisch mit konzentrierten Sitzphasen ab. Diese natürliche Dynamik fördert die Aufnahmefähigkeit, hält die Energie hoch und schafft motivierende Lernräume für nachhaltiges und effektives Lernen.
Bewegungsaktivierende Lehrmethoden erweisen sich somit als wertvolles didaktisches Instrument. In einer eigenen Studie (Rupp et al., 2025) haben wir untersucht, welche bewegungsaktivierenden Lehrmethoden und Maßnahmen Hochschuldozierende kennen und in ihrer Lehrpraxis einsetzen. Die nachfolgende Tabelle bietet Ihnen dazu eine orientierende Übersicht – und vielleicht auch Inspiration für Ihre eigene Lehre. Sie werden sehen: Viele Methoden sind ein etablierter Teil auch Ihrer Lehre, so dass Sie nicht alles verändern müssen, um mehr Bewegung in Ihre Lehrveranstaltungen zu integrieren.
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Methode und Maßnahmen zur Sitzunterbrechung |
Kurzbeschreibung |
|
Gruppenarbeit |
Bewegung entsteht beim Zusammenfinden in einer (neuen) Arbeitsgruppe. |
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Lernortwechsel |
Studierende verlassen den Lehrraum und nutzen Flur, Treppenhaus, Hof oder Grünflächen als Lernorte. |
|
Präsentieren vor der Seminargruppe |
Einzelne Studierende stehen vor der Gruppe und präsentieren Ergebnisse oder halten Referate. |
|
Positionierung im Raum |
Studierende stellen sich auf einer Skala am Boden auf oder ordnen sich bestimmten Wandplakaten zu, um Zustimmung, Interesse oder Zufriedenheit auszudrücken |
|
Tafelanschriebe |
Studierende kommen zur Tafel, um Lösungen zu präsentieren oder Ideen zu sammeln |
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Fishbowl-Methode |
Studierende ordnen sich in Innen- und Außenkreis an. Wer diskutieren möchte, wechselt in den Innenkreis. |
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Gallery-Walk / Vernissage |
Arbeitsgruppen stellen Ergebnisse aus (z. B. auf Flip-Charts), während die übrigen Studierenden diese im Raum betrachten. |
|
Lerntheken |
Materialien werden ausgelegt. Studierende holen sich die für sie relevanten Inhalte selbst. |
|
Arbeitsblätter selbst holen |
Arbeitsblätter werden nicht ausgeteilt, sondern müssen aktiv abgeholt werden. |
|
Exkursion |
Die Lerngruppe verlässt den Lehrraum, um „vor Ort“ zu lernen, z. B. an einem historischen Ort. |
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Vier-Ecken-Methode |
Vier Positionen zu einem Thema sind in den Ecken des Raumes verteilt. Studierende ordnen sich der Position zu, die sie am meisten überzeugt. |
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Gruppenpuzzle /Jigsaw-Methode |
Lerninhalte werden auf Gruppen verteilt, die sich zunächst Expertenwissen aneignen. Anschließend unterrichten sie sich gegenseitig in neuen Gruppen. |
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Kugellager |
Studierende stehen in Innen- und Außenkreis und tauschen sich mit ihrem Gegenüber aus. Nach kurzer Zeit rotieren die Kreise für neue Gespräche. |
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Paar-Interview |
Studierende gehen paarweise durch den Raum und besprechen eine Fragestellung, ggf. mit Partnerwechsel. |
|
Rollenspiele |
Themen werden spielerisch und körperlich dargestellt. |
|
Experimente |
Bewegung entsteht durch den Aufbau und die selbstständige Durchführung von Experimenten. |
|
Raumwände als Arbeitsflächen nutzen |
Informationen, Aufgaben oder Ergebnisse werden an Wänden platziert und aktiv bearbeitet. Studierende bewegen sich im Raum, um daran zu arbeiten. |
Von Hochschuldozierenden in der Lehre eingesetzte bewegungsaktivierende Methoden und Maßnahmen, Quelle: übersetzt und modifiziert nach Rupp et al. (2025)
Praxis-Tipp für Lehrende: Video-Tutorials zu bewegungsaktivierenden Methoden
Dozierende der Pädagogischen Hochschule Heidelberg stellen Ihnen in kurzen Video-Tutorials ihre bewegten Lieblingsmethoden vor. Die Videos bieten Ihnen praktische Anregungen und konkrete Anleitungen, die Sie schnell und flexibel in Ihre Lehrveranstaltungen integrieren können. Bitte beachten Sie, dass der Methodenbegriff in diesem Kontext bewusst weit gefasst ist.
Fazit
Die Integration von Bewegung in die Hochschullehre ist kein starres Konzept, sondern ein dynamischer Prozess, der sich flexibel an unterschiedliche Lehrformate und Bedürfnisse anpassen lässt. Schon kleine Veränderungen können die Lernmotivation steigern, die Konzentration fördern und zu einer gesünderen Lehr- und Lernkultur beitragen.
Als Lehrende sind Sie der entscheidende Schlüssel für eine bewegte Hochschullehre – mit Ihrem Engagement können Sie Lernumgebungen schaffen, die effektiver, motivierender und gesünder sind. Nutzen Sie die in diesem Artikel vorgestellten Prinzipien und Methoden als Inspiration und gestalten Sie Ihre Lehre aktiv mit Bewegung. Denn: Jede Bewegung zählt – für Ihre Studierenden ebenso wie für Sie selbst!
Literatur
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Bucksch, J., & Wallmann-Sperlich, B. (2016). Aufstehen, Hingehen, Treppensteigen – die gesundheitliche Relevanz von Alltagsaktivitäten. Public Health Forum, 24(2), 73–75
Felez-Nobrega, M., Hillman, C. H., Dowd, K. P., Cirera, E., & Puig-Ribera, A. (2018). ActivPAL™ determined sedentary behaviour, physical activity and academic achievement in college students. Journal of sports sciences, 36(20), 2311–2316.
Froböse, I. & Wallmann-Sperlich, B. (2023). DKV-Report 2023. ERGO Media Relations.
Hosteng, K. R., Reichter, A. P., Simmering, J. E., & Carr, L. J. (2019). Uninterrupted classroom sitting is associated with increased discomfort and sleepiness among college students. International journal of environmental research and public health, 16(14), 2498.
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Rupp, R., Dold, C. & Bucksch, J. (2020). Bewegte Hochschullehre. Einführung in das Heidelberger Modell der bewegten Lehre. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH; Springer (essentials). https://doi.org/10.1007/978-3-658-30572-7
Rupp, R., Wallmann-Sperlich, B. & Bucksch, J. (2025). Strategies and barriers to implementing physically active teaching in universities from the perspective of lecturers: a qualitative study. BMC Public Health 25, 855. https://doi.org/10.1186/s12889-025-22075-x