Didaktisches Potenzial, Einbindung und Reduktion

Lebendige Hochschullehre lebt von einer sinngeleiteten didaktischen Konzeption und methodischer Vielfalt. Das besonders hervorzuhebende didaktische Potenzial der Legetechnik-Lehrfilme für die Hochschullehre liegt darin, über den visuell-auditiven Lernkanal den größten Anteil der Studierenden zu erreichen.

In komprimierter Form können Sie mit der Legetechnik auch komplexe Themen sowohl pointiert, interaktiv als auch humorvoll vermitteln. Diese Form des Lehrfilms kann zu einer positiven Lernatmosphäre sowie Lehrenden-Studierenden-Beziehung beitragen, da Sie mit diesem kreativ-medialen Visualisierungsformat Ihre persönliche Note in das Lehrsetting einbringen. Darüber hinaus wirkt sich die im Prozess der Legetechnik-Filmgestaltung umgesetzte Wissensreduktion nachhaltig auf Ihre eigene Lehrplanung aus, da die inhaltliche Filmkonzeption Ihnen eine Reduktion auf die Wesentliche (didaktische Reduktion) abverlangt. Vermitteln Sie über Legetechnik Wissen anschaulich und komprimiert mit Ihrer persönlichen Note.

 

Funktionen

Warum sollten Sie sich die Zeit nehmen, eigene Legetechnik-Lehrfilme zu produzieren? Nachfolgend erhalten Sie einen Einblick in einige der didaktischen Funktionen beim Einsatz des Legetechnik-Lehrfilms, die Ihnen die Beantwortung dieser Frage erleichtern.

Legetechnik-Lehrfilme…

  • … bieten sich für einen mitreißenden Einstieg in ein Thema an;
  • … vermitteln Wissensinhalte auf prägnante und ansprechende Art;
  • … erleichtern stichhaltige Erläuterungen mittels beweglicher Lege-Elemente;
  • … motivieren zur Themendiskussion, zu Arbeitsaufträgen, zur Reflexion etc.;
  • … initiieren Interaktionen und Wechsel der Sozialform in der Lerngruppe;
  • … unterstützen die Umsetzung kooperativer Lernformen;
  • … können forschendes Lehren und Lernen initiieren, vorbereiten und begleiten;
  • … machen u. a. Verfahren, Prozesse, Abläufe und Strukturen transparent;
  • … fassen Lernergebnisse zusammen und können im Quiz-Format gestaltet werden;
  • … heben prüfungsrelevante Aspekte hervor und informieren zu Lernpaketen;
  • … erläutern Erarbeitungsschritte und deren Notwendigkeit für den Gesamtprozess;
  • … zeigen Lernziele auf und machen einzelne Lernschritte transparent;
  • … können als Aufgabe/Projektauftrag durch Studierendengruppen erstellt werden;

… bieten unendliche Möglichkeiten zur Wissensvermittlung und Anwendungsinitiierung.

Abbildung 3: Einsatzmöglichkeiten – Screenshot aus Lehrfilm (siehe Literaturangabe)

Der didaktische Einsatz von Legetechnik-Lehrfilmen sollte nicht dadurch begründet sein, einfach einen Film zeigen zu wollen. Setzen Sie dieses Format zielgerichtet in Ihrer Lehre ein und binden Sie Legetechnik-Lehrfilme in das Lehrgeschehen ein, um gewünschte Effekte wie Motivation, Identifikation mit dem Thema, Vertiefungsinteresse, forschungsbasiertes Arbeiten etc. zu bewirken.

 

Reduktion

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Entwicklung eines Legetechnik-Lehrfilmes ist, ebenso wie auch in der Lehrgestaltung ganz allgemein, die didaktische Reduktion. Die Reduktion des Lehrstoffes auf die wesentlichsten Charakteristika, Themen und Aspekte fällt angesichts der enormen Mengen an zu vermittelndem Lehrstoff häufig sehr schwer. Es stellen sich Ihnen als Lehrende/r hierbei zwei Optionen:

  1. Sie präsentieren ganz viel Lernstoff ganz schnell und hoffen, dass die Studierenden sich im Selbststudium vertiefend damit auseinandersetzen.
  2. Sie reduzieren den gesamten Lernstoff auf Wesentliches und bereiten dieses Wesentliche Lernprozess-adäquat auf, sodass die Lerngruppe Interesse entwickelt, motiviert wird, sich in der Lehrveranstaltung und darüber hinaus selbstständig und in kooperativen Lernformen in Teilbereiche des Stoffes zu vertiefen. Jede/r einzelne Lernende kann somit zur „Expertin“/zum „Experten“ avancieren und in angeleitetem Wissenstransfer die erworbene Expertise mit den anderen Lernenden teilen und erweitern.
Abbildung 5: Didaktische Reduktion – Screenshot aus Lehrfilm (siehe Literaturangabe)

Wenn Sie eher die zweite Option für Ihre Lehrgestaltung als sinnvoll erachten, so ist eine Reduktion des Lernstoffes notwendig. Hilfreich bei der Konzeption des Lehrfilms erscheint die Überlegung, was die Lernenden aus dem Film konkret „mitnehmen“ sollen. Im Kontext der Filmproduktion spricht man hierbei von der „take home message“.

Was ist die „take home message“ Ihres Legetechnik-Lehrfilmes?

Mögliche Aspekte der „take home message“

Wesentliches Wissen zum Thema
Verständnis von Zusammenhängen
Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Thema
Kristische Reflexion des Themas
Transfer des Wissens auf andere Kontexte
Interesse, Thema selbsttätig vertiefend zu erarbeiten

Hier werden mögliche Aspekte einer „take home message“ aufgezeigt, die Sie in Hinblick auf die Konzeption Ihres Legetechnik-Lehrfilmes reflektieren können. Mit Sicherheit werden Sie weiterer Aspekte gewahr. Formulieren Sie die „take home message“ Ihres Filmes.

Wenn die „take home message“ zu Ihrem Thema vorliegt, ist bereits ein wichtiger Reduktionsschritt erfolgt, allerdings kann man nicht alle Inhalte zu einer Thematik in einen kurzen Lehrfilm integrieren. Hilfreich ist hierbei, in Metaphern zu denken, da das Medium Film Inhalte über metaphorische Bilder sehr prägnant repräsentieren kann. Und sind diese Metaphern der Lebenswelt der Studierenden entnommen, so ist ihre Aussagekraft noch wirksamer.

Um passende und zielgruppenspezifisch ansprechende Metaphern zu finden, die im Film gestalterisch eingesetzt werden können, stellen Sie sich folgende Fragestellung:

Welcher Gegenstand könnte als Symbol meines Filmthemas und geeigneter Träger der „take home message“ fungieren, sich wie ein „roter Faden“ durch den Film ziehen und die Studierenden ansprechen?

 

Einbindung

Entscheidend für eine sinnvolle Einbindung des Legetechnik-Lehrfilmes in die Lehrveranstaltung ist Ihre Zielsetzung. Wenn Sie wissen, dass das Thema des Filmes den Schwerpunkt einer Lehrveranstaltungseinheit bildet, so überlegen Sie sich mögliche Einbindungsstrategien, um den Film in der jeweiligen Einheit sinnvoll didaktisch einzubinden.

Ausgehend von der didaktischen Zielsetzung dieser jeweiligen Lehrveranstaltungseinheit kann das Lehrsetting methodisch derart strukturiert werden, dass der Film durch die Lerngruppe nicht als „Pause“ vom eigentlichen Lehrgeschehen sondern als integrierter und möglichst interaktiver Bestandteil ihres Wissens- und Kompetenzerwerbs wahrgenommen wird. Auch eine Verzahnung von Präsenzlehre (Vorlesung, Seminar, Übung etc.) mit dem Selbststudium ist durch einen Lehrfilm umsetzbar, indem Lernplattformen genutzt werden, Lehrfilme, Lerndokumente und Aufgaben, sowie Tests und Foren aufeinander abgestimmt zu gestalten. Das häufig vernachlässigte Selbststudium kann somit gezielt forciert werden.

Diese anzustrebende Integration des Legetechnik-Lehrfilmes macht erforderlich, dass Sie ein paar Überlegungen zum methodischen Ablauf und zur Einbettung des Filmes vornehmen. Hier einige unterstützende Fragestellungen für Ihre Überlegungen:

  • Welche konkrete Funktion/en soll der Film im Lehrgeschehen übernehmen? (Informieren, provozieren, Wissen vermitteln oder rekapitulieren, zusammenfassen, auf Testat vorbereiten, Reflexion anstoßen, Fragen aufwerfen …)
  • Sollen Aktivitäten im Verlauf der Filmpräsentation durch die Lerngruppe erfolgen?
  • Soll der Film zur Aktivität nach der Präsentation animieren, auf nachfolgende Erarbeitungsphase/n vorbereiten?
  • Sind im Film bereits interaktive Elemente (Arbeitsaufträge, Fragen, Diskussionsaspekte, Beobachtungsaufgaben …) enthalten, auf die das methodische Vorgehen in der Lehrveranstaltungseinheit abgestimmt sein sollte?

Wie kann der Film als wichtiges Element des Lernens in den Lehr-Lernprozess während der Lehrveranstaltungseinheit oder auch darüber hinaus integriert werden? (z. B. während eines Zeitfensters auf einer Lernplattform mit spezifischen Aufgaben, Tests etc.).

Abbildung 4: Legetechnik ins Lernportal hochladen – Screenshot aus Lehrfilm (siehe Literaturangabe)