Videographie in der qualitativen Methodenlehre
Die Integration von Film in den qualitativen Methodenkoffer, die auch unter dem Begriff Videographie subsumiert werden kann, gewinnt seit Anfang der 2010er Jahre zunehmend an Bedeutung (Sommerlad & Hummel 2025: 124). Dieser Wandel hin zur Bildlichkeit in der qualitativen Sozialforschung (vgl. Abstiens & Hierse 2017), scheint vor allem durch die wachsende Rolle visueller Medien im gesellschaftlichen Alltag verstärkt zu werden (vgl. Garrett 2013). Aus unserer Sicht ermöglicht Videographie Forschungsgegenstände und -situationen zu beobachten, und sie in ihrer zeitlichen, atmosphärischen und affektiven Dimension erfahrbar zu machen. Trotz dieses methodischen Alleinstellungsmerkmals und ihrer Relevanz ist Videographie als qualitative Methode in der Hochschullehre noch stark unterrepräsentiert. Im Folgenden sollen anhand von Anwendungsbeispielen in der Humangeographie die Möglichkeiten und Herausforderungen von Videographie in der qualitativen Methodenlehre dargestellt werden. Diese lassen sich ohne Weiteres auf Module in Ihrer eigenen Fachdisziplin, die qualitative Methoden vermitteln oder forschungsorientiertes Lernen fördern, übertragen. Wir wünschen uns, dass dieser Beitrag Sie dazu motiviert auch selbst videographisches Forschen mit Ihren Studierenden auszuprobieren.