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Open Educational Resources

Thesen

  • Durch die offenere Lizenzierung können Materialien an die Bedürfnisse der Lehrenden und Studierenden angepasst werden.
  • Es lässt sich auf die eigene Lehre und Forschung aufmerksam machen, denn OER können leichter verbreitet werden und Sie als Autor*in sind trotzdem urheberrechtlich abgesichert.
  • OER tragen dazu bei, dass andere Personen leichter Lehrinhalte einsehen können und sich dadurch einen Eindruck über die Inhalte und die (Lern-)Anforderungen verschaffen können. Studierenden kann somit eine Entscheidungshilfe, z.B. bei der Wahl eines Studienfaches, gegeben werden.
  • Grundsätzlich ist es möglich durch die Veröffentlichung von OER diversitätsgerechtes Lernen und Chancengleichheit zu fördern, da die Materialien online für jeden zur Verfügung stehen - insbesondere dann, wenn sie den Kriterien barrierearmer oder barrierefreier Lehre entsprechen.

Der Beitrag ist eine Bearbeitung und Erweiterung des Artikels „Open Educational Resources“ von Ruhr-Uni Bochum, eScout OER, Christine Ruthenfranz, bearbeitet von Michael Fuchs. Lizenziert unter CC BY-SA 4.0.

Was sind Open Educational Resources?

Es handelt sich bei Open Educational Resources (kurz: OER) um offene Lehr- und Lernmaterialien, die online, kostenlos und legal jeder interessierten Person zur Verfügung gestellt werden. Es kommen dabei alle möglichen Materialien in Frage, von Bildern über Arbeitsblätter, bis hin zu Selbstlernkursen kann man alle Materialien als OER konzipieren. Was OER von anderen frei zugänglichen Materialien unterscheidet, ist, dass sie eine Bearbeitung erlauben, und somit Materialien von anderen weitergenutzt werden können. So soll im besten Fall ein sich selbst erweiternder Korpus an Wissen entstehen, welcher überall und jederzeit von jedem kostenfrei abgerufen und genutzt werden kann (siehe Kreislauf in Abb. 1).

Merkmale von OER

Abbildung 1: Merkmale von OER

Diese Bereitstellung von OER wird durch freie Lizenzen ermöglicht, in der Regel durch Creative Commons-Lizenzen (CC). Die CC-Lizenzen eröffnen Ihnen als Ersteller*in die Möglichkeit, Ihre eigenen Materialien anderen offener zur Verfügung zu stellen als unter dem gewöhnlichen Copyright (unter dem alle kreativen Materialien stehen, die nicht von Ihnen speziell z. B. unter CC lizenziert wurden). Wenn Sie Ihre Materialien unter CC lizenzieren, verlieren Sie als Urheber*in keinen Urheberanspruch, sondern geben durch die Lizenzierung den Nutzern*innen direkt an, was mit Ihren Materialien geschehen darf und unter welchen Bedingungen diese verwendet werden dürfen. Dabei werden die ursprünglichen Urheber*innen immer genannt. Sie können aber nicht nur OER durch CC-Lizenzen erstellen, sondern auch von anderen Lehrenden OER selbst nutzen.

Vorteile von OER

Durch die Creative Commons-Lizenzen sind freie Bildungsmaterialien (OER) veränderbar. Das bedeutet für Sie als Lehrperson, dass Sie OER an den aktuellen Stand oder an Ihre Zielgruppe anpassen können. OER erleichtert die Verwendung z. B. von Übungsblättern im Seminar, da diese nicht an Verlagsrechte gebunden sind. Im besten Falle ergibt sich für Ihre Arbeit eine Zeitersparnis, wenn sich für Ihr Seminar bereits passende OER online finden lassen.

In Bezug auf OER wird auch von den „5V-Freiheiten“ gesprochen, da Sie die Materialien vervielfältigen, in verschiedenen Kontexten verwenden, verarbeiten bzw. bearbeiten und anpassen dürfen. Des Weiteren können Sie die OER mit eigenen oder anderen offen lizenzierten Materialien zu etwas Neuem vermischen und diese dann wiederum mit Anderen teilen (verbreiten).

Abbildung 2: „5 V-Freiheiten für Offenheit“ von Julia Eggestein (Grafik), Jöran Muuß-Merholz (inhaltliche Übersetzung, Anpassung und vorsichtige Erweiterung) und Jörg Lohrer (Wortschöpfer) unter CC BY 4.0 basierend auf „Defining the ‘Open’ in Open Content and Open Educational Resources“ von David Wiley auf CC BY 4.0.

Was sind Creative Commons-Lizenzen?

Hinter Creative Commons steht eine Non-Profit Organisation, die Urheber*innen vorgefertigte Lizenzverträge zur Nutzung kreativer Materialien durch andere anbietet. Die Lizenzen dienen dem Zweck, dass die Materialien geteilt sowie legal und kostenlos weitergenutzt werden können, der/die Urheber*in jedoch volle Kontrolle hat, welche Nutzungsrechte eingeräumt werden und welche nicht. Die verschiedenen Lizenzverträge zeigen direkt an, wie und mit welchen Einschränkungen und unter welchen Bedingungen (z. B. Namensnennung) die Materialien verwendet werden dürfen. Die einzige Lizenz, die mit keinen Bedingungen einhergeht, ist die CC0-Lizenz. Material, das unter dieser Lizenz steht, darf verwendet, geteilt und bearbeitet werden, ohne dass eine weitere Angabe zum Material (z. B. Urheber*in) erfolgen muss. Alle anderen Lizenzen setzen sich aus Bausteinen zusammen, die jeweils für eine Bedingung/Einschränkung stehen.

Die Bestanteile lauten:

    BY = Attribution: Namensnennung

    SA = Share Alike: Weitergabe unter gleichen Bedingungen

    NC = Non-Commercial: keine kommerzielle Nutzung

    ND = No Derivatives: keine Bearbeitung

 

Wie bei einem sehr simplen Puzzle ergeben sich daraus die verschiedenen Lizenzkombinationen, wie unten erklärt. Als OER gelten strenggenommen jedoch nur die ersten drei der folgenden Lizenzmodelle (CC0, CC-BY & CC-BY-SA), da nur diese drei sowohl das Teilen, das Verändern als auch die kommerzielle Nutzung und das freie Kombinieren der Lizenzen erlauben (Free-Culture Works).

Lizenzformen Creative Commons

Abbildung 3: Lizenzformen Creative Commons. Bearbeitet von Michael Fuchs, Original: Ruhr-Uni Bochum, eScouts OER, Christine Ruthenfranz, CC-BY-SA 4.0, Stand: 02.05.2019

Bei der Verwendung von CC lizenzierten Materialien muss immer der Urheber/die Urheberin, die Lizenzversion (aktuellste Version derzeit 4.0) und die Quelle bzw. der Fundort angegeben werden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den CC-Lizenzen finden Sie auch in dem FAQ von Creative Commons.

Hilfestellung: SA-Baustein

Was bedeutet die SA-Bedingung konkret?

Wenn Sie CC BY-SA-lizenziertes Material nutzen, anpassen und wiederveröffentlichen, müssen Sie das Material unter der gleichen Lizenz, also CC BY-SA, veröffentlichen. Als Bearbeitende*r können Sie in diesem Fall keine andere Lizenz vergeben. Wenn Sie das Material lediglich unverändert nutzen, kommt diese Bedingung nicht zum Tragen. 

Was stellt eine Bearbeitung dar?

Eine Bearbeitung stellt nach § 3 UrhG (Urheberrechtsgesetz) eine geistige Schöpfung des*der bearbeitenden Person dar. Bearbeitungen in diesem Sinne sind z. B. das Übersetzen eines Werkes, die Kürzung eines Werkes wie z. B. eines Musikstückes und das Hinzufügen neuer Teile bzw. das Remixen eines Werkes.

Eine Umwandlung des Formats, z. B. vom Word-Dokument zum PDF-Dokument oder eines Bildes von .png in .jpeg ist hingegen keine Bearbeitung und muss demnach auch nicht als solche angegeben werden (siehe TULLUBA-Regel).

Die TULLUBA-Regel

Außer bei der Lizenz CC0 ist bei allen anderen Lizenzen die Angabe eine Referenz, der sogenannte Lizenzhinweis, obligatorisch. Sie können sich für den Lizenzhinweis an der sogenannten TULLUBA-Regel orientieren:

T: Titel des Materials

U: Urheber*innen des Materials

L: Lizenzangabe (z. B. CC BY 4.0)

L: Link zum Lizenztext (z. B. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode)

U: Ursprungsort des Materials

B: Angabe zu Bearbeitungen am Material (z. B. Ergänzungen, grafische Anpassungen)

A: Ausnahmen von der Gesamtlizenz bzw. Bestandteile, die von der offenen Lizenz ausgeschlossen sind (z. B. Logos).

Abbildung 4: Postkarte „TULLUBA“ des Netzwerks Landesportal ORCA.nrw, grafisch umgesetzt von ORCA.nrw, lizenziert unter CC BY 4.0, ausgenommen von der Lizenz ist das ORCA.nrw Logo. Die Postkarte ist eine Bearbeitung (Anpassung an das ORCA.nrw-CD und erweitert um die Bausteine B und A) der Grafik von Julia Eggestein nach einem Konzept von Sonja Borski und Jöran Muuß-Merholz für OERinfo lizenziert unter CC BY 4.0.

 

Beispiel

Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine Bearbeitung des Materials und die Angabe des Lizenzhinweises nach der TULLUBA-Regel. In dem Beispiel wurde dem Original-Bild ein Pfeil und eine Erläuterung hinzugefügt, die eine Bearbeitung darstellen:

Foto links: Unverändertes OER-Material. Ruhr-Universität Bochum (IA und weitere I-Gebäude) von Tionran, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, Fundort Wikimedia Commons

Foto rechts: Bearbeitung des OER-Materials. Ruhr-Universität Bochum (IA und weitere I-Gebäude) von Tionran, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, Fundort Wikimedia Commons, grafische und textliche Ergänzung von Ann Kristin Beckmann

Abbildung 5: Anwendung der TULLUBA-Regel

Die Zahl hinter der Lizenz gibt die Lizenzversion an. Die aktuelle Version der Creative Commons-Lizenzen ist 4.0. Geben Sie hier die Zahl an, die im ursprünglichen Material genannt wird.

Für den Link im Lizenzhinweis nutzen Sie die Creative Commons-Seite zur jeweiligen Linzenz mit dem vollständigen Lizenztext (legalcode). Sollten Sie das Material bearbeitet haben (siehe auch Was stellt eine Bearbeitung dar?), ist die Bearbeitung anzugeben, z. B. mit Angabe der Bearbeitung und Nennung des Namens. Geben Sie darüber hinaus alle Ausnahmen von der CC-Lizenz an, sofern diese vorhanden sind. Dies können Werke bzw. Werkteile sein, die unter einer anderen offenen Lizenz stehen (z. B. Pixabay License, Pexels License), für die nur der*die Ersteller*in eine Nutzungserlaubnis hatte, oder Elemente wie z. B. Logos, die urheberrechtlich geschützt sein können und nicht CC-lizenziert werden dürfen. 

 

Tipp: Kennzeichnung fremder Werkteile

Geben Sie auch bei Werken, die unter einer CC0-Lizenz stehen, die Lizenz an bzw. platzieren Sie einen Lizenzhinweis. Somit erleichtern Sie Dritten das Erkennen fremder Werkteile und der Nutzungsmöglichkeiten, insbesondere wenn Sie planen, Ihr Material mit anderen zu teilen bzw. dieses CC-lizenziert zu veröffentlichen.

Wo finden Sie OER?

OER-Material können Sie mittels unterschiedlicher Suchstrategien finden:

Nutzung einer Suchmaschine wie Google oder DuckDuckGo mittels Filterfunktionen

Verschiedene allgemeine Suchmaschinen bieten in den Filtereinstellungen die Möglichkeit, nach CC-lizenzierten Materialien zu suchen

Beispiel: Google > Bilder > Suchfilter > Nutzungsrechte > Creative Commons Lizenzen

 Nutzung einer OER-Suchmaschine

Mittels Suchmaschinen wie Openverse (Bilder/Audio) und OERSI (diverse Bildungsmaterialien) können Sie gezielt nach OER-Materialien suchen. Diese Suchfunktion bieten eine Metasuche, die auf andere Plattformen und Datenbanken zugreift und die CC-lizenzierten Ergebnisse anzeigt.

Nutzung verschiedener spezifischer OER-Plattformen

Sie können auch gezielt nach Materialien auf den einzelnen OER-Plattformen und Landesportalen suchen, z. B.:

Weitere Informationen zum Thema „OER suchen“ finden Sie im Kurs „Lehre und Lernen öffnen: Open Educational Resources (OER)“ der Ruhr-Universität Bochum.

 

Tipp: Linkliste anlegen

Auf der Seite edutags können Lesezeichen zu allen Lernressourcen im Internet gespeichert, geordnet, gesucht und geteilt werden. So können Sie Webseiten für Ihre Lehre sammeln. Diese Seite eignet sich besonders gut, um einen Überblick über die für Sie relevanten OER-Quellen zu behalten, denn Creative Commons Lizenzen können ausgewiesen werden, sodass Sie die Quellen nach Lizenz filtern können.

Wie können Sie OER nutzen?

Wenn Sie OER-Material nutzen möchten, achten Sie am besten zunächst auf die Lizenz, unter der das Material steht. Schauen Sie sich hierzu auch noch einmal die Lizenzen und ihre Bedingungen im Kapitel „Was sind Open Educational Resources“ an. Wenn Sie OER-Materialien für Ihre Lehre nutzen, denken Sie an die Quellenangabe (Lizenzhinweis, siehe TULLUBA-Regel).

Folgende Fragen und Hinweise helfen Ihnen, wenn Sie OER nutzen möchten:

  • Unter welcher Lizenz steht das Material?
  • Wie darf ich das Material verwenden (z. B. nur nicht kommerziell)?
  • Unter welcher Bedingung darf ich das Material verwenden (z. B. Namensnennung des*der Urheber*in)
  • Gibt es vielleicht Werkteile, die nicht unter einer CC-Lizenz stehen bzw. von der CC-Lizenz des Materials umfasst werden? Falls dies der Fall ist: Prüfen Sie, ob Sie die Werkteile dennoch nutzen dürfen, weil Sie beispielsweise unter einer anderen offenen Lizenz stehen (z. B. Pixabay Lizenz oder Pexels Lizenz). Sollten Sie die von der CC-Lizenz ausgenommenen Werkteile nicht nutzen dürfen, entfernen Sie diese. Alternativ können Sie versuchen, bei*m dem*der Urheber*in eine Nutzungserlaubnis für die jeweiligen Werkteile einzuholen.
  • Wenn Sie das Material anpassen bzw. bearbeiten möchten, achten Sie darauf, dass die Lizenz des Ausgangsmaterials eine Bearbeitung erlaubt.
  • Geben Sie entsprechend der TULLUBA-Regel den Lizenzhinweis für das verwendete Material an. Den Lizenzhinweis platzieren Sie am besten direkt am genutzten Material (z. B. unter einer Abbildung). Alternativ können Sie beispielsweise auch Materialien durchnummerieren und die ausführlichen Lizenzhinweise in einem Verzeichnis im Material aufführen.

Wie können Sie OER erstellen?

Sie können durch die eigene OER-Erstellung einen Mehrwert für andere schaffen, selbst wenn Sie ggf. keine Verwendung mehr für die selbst erstellten oder veränderten Materialien haben. Beispielsweise erstellen Sie eine Klausur, einen Test oder Übungsblätter für ein Seminar. Dafür haben Sie viel Zeit und Energie investiert. Nach Ihrem Seminar „verstauben“ die Materialien in Ordnern oder auf dem Rechner. Wenn andere Lehrpersonen zu demselben Thema ein Seminar veranstalten wollen, wäre eine Zusammenarbeit hilfreich und sinnvoll. Doch oftmals wissen Lehrende nicht, dass bereits Materialien zu dem Thema bestehen. Wenn Sie Ihre Materialien also als OER veröffentlichen, können andere von den Materialien profitieren. Zum Beispiel können Sie Ihre Materialien auf der RUB-eigenen Plattform für Online-Bildungsmaterialien, auf OpenRUB, veröffentlichen. Darüber hinaus können Ihre Materialien an Sichtbarkeit gewinnen, wenn Sie sie mit anderen teilen, Sie können von dem Feedback anderer Lehrender profitieren und sich als Teil der OER-Community mit anderen austauschen und vernetzen.

Sollten Sie sich für die Erstellung von OER-Materialien entscheiden, empfehlen wir Ihnen einige rechtliche, technische und didaktische Aspekte zu beachten.

Tipp: OER-Checkliste

Mit der Checkliste „Open Educational Resources erstellen“ von Linda Halm und Alexander Kobusch von der FH Bielefeld, lizenziert unter CC BY 4.0, können Sie Ihre Materialien auf rechtliche, formale, didaktische und technische Kriterien hin überprüfen.

 

Des Weiteren gelten die Empfehlungen zur Gestaltung barrierefreier oder zumindest barrierearmer Lehre. Hinweise zur Gestaltung barrierefreier Lehr- und Lernmaterialien finden Sie in unserer Toolbox Accessibility@RUB. Weitere Anleitungen , finden Sie auch in diesem Leitfaden.  Hilfestellung zur barrierefreien Gestaltung von Materialien liefert Ihnen darüber hinaus das Kompetenzzentrum digitale Barrierefreiheit.NRW an der TU Dortmund.

 

Um die Erstellung des Materials zu vereinfachen, gibt es verschiedene Tools, die Sie dabei unterstützen können:

 

Tools für die Erstellung von OER

HOOU: Auf dieser Seite der HOOU finden Sie eine Liste mit Open Source-Software, die sich für die Erstellung von OER-Materialien eignet.

OER-Converter: Dieses Tool unterstützt Sie dabei, Ihre Präsentation OER-konform zu gestalten.

 

Tools für die Lizenzauswahl

Bereits vor der Erstellung sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welche Lizenz Sie für Ihr Material vergeben möchten. Für die Wahl der Lizenz und die Erstellung des korrekten Hinweises (Lizenzangabe, siehe TULLUBA-Regel) gibt es folgende nützliche Hilfestellungen:

Entscheidungshilfe CC-Lizenz: Diese Infografik hilft Ihnen, die passende Lizenz für die eigenen Materialien auszuwählen, indem Entscheidungen für bestimmte Rechte, die Nachnutzenden eingeräumt werden sollen, getroffen werden.

Licence Chooser: Dieses Tool von Creative Commons kann Sie dabei unterstützen, eine Lizenz für Ihre Materialien auszuwählen. 

Bildungsteiler: Mit dem Bildungsteiler einen Lizenzhinweis für Ihr erstelltes Werk erstellen.

 

Tipp: CC-Badges

Wenn Sie für Ihr Material einen Lizenzhinweis erstellten, können Sie für diesen zusätzlich den CC-Badge für die jeweilige Lizenz von Creative Commons nutzen: Durch diese können Dritte auf einen Blick erkennen, dass Ihr Werk unter einer CC-Lizenz steht.

 

Remix von OER-Materialien

Wenn Sie im Rahmen der OER-Erstellung CC-lizenzierte Materialien Dritter verwenden, müssen beim Remix dieser Materialien die Lizenzen beachtet werden. Nicht jede Lizenz lässt sich in diesem Fall mit einer anderen kombinieren.

Hilfestellung: Remix            

Was ist ein Remix?

Ein Remix ist eine Verschmelzung von verschiedenen CC-lizenzierten Werken, aus denen ein neues Werk hervorgeht. Dies ist z. B. der Fall, wenn Sie für ein Video CC-lizenzierte Musik und/oder Bilder verwenden oder Illustrationen/Bilder miteinander zu einer neuen Abbildung kombinieren.

Im Gegensatz dazu muss bei einer reinen Zusammenstellung z. B. von CC-lizenzierten Texten für einen Reader oder dem Einstellen verschiedener OER-Materialien in einem Moodle-Kurs nicht auf die Kompatibilität der Lizenzen geachtet werden, da die einzelnen Werkteile als solche bestehen bleiben.

Der Artikel „Kombinieren, Bearbeiten, Remixen: OER richtig verwenden“ von irights.info erläutert, welche Lizenzen wie kombiniert werden dürfen, und was der Unterschied zwischen einer Zusammenstellung von OER-Material und einer Verschmelzung (Remix) ist.

Wenn Sie eigenes OER-Material erstellen und dafür auf vorhandene Materialien zurückgreifen, achten Sie bei der Wahl der Lizenz auch auf die Lizenzen der verwendeten Materialien. Denn die Kombination verschiedener Lizenzen wirkt sich auch darauf aus, welche Lizenz Sie für das gesamte Material bzw. den Remix vergeben können.

 

Die Cupcake-Regel

Die „Cupcake-Regel“ veranschaulicht, dass sich die einzelnen Zutaten (bestehende OER-Materialien) für den Cupcake (neues Werk) farblich (=Lizenz) unterscheiden und der daraus entstehende Cupcake auf diesen Zutaten aufbaut. Also z. B. das Cupcake-Förmchen unter der Lizenz CC 0 steht, während die Creme unter einer CC BY-SA 4.0 und das Topping unter der Lizenz CC BY 4.0 stehen. Daraus ergibt sich für den gesamten Cupcake eine CC BY-SA Lizenz. Somit wird deutlich, dass die Gesamtlizenz auf Grundlage der Ausgangslizenzen zu wählen ist. Dabei richtet sich die Gesamtlizenz nach der restriktivsten Lizenz, welche im Falle des Cupcake-Beispiels CC-BY-SA 4.0 ist. Der Grund: Da der SA-Baustein nur eine Weitergabe unter gleichen Bedingungen erlaubt, kann der Cupcake nicht unter einer Lizenz stehen, die diese Bedingung nicht enthält und somit mehr Freiheiten erlauben würde (z. B. CC BY).

Abbildung 6: Die OERCupcake-Regel, CC0

Nutzen Sie beispielsweise für einen Remix Materialien mit einer CC0 und CC BY-Lizenz, haben Sie mehrere Möglichkeiten für die Gesamtlizenz (z. B.  CC BY. CC BY-SA, CC BY-ND). Sie können lediglich keine CC0-Lienz vergeben, da die restriktivste Lizenz in dieser Kombination CC BY ist und somit die Namensnennung als Bedingung immer enthalten sein muss.

 

Tipp: CC-Mixer

Darüber hinaus kann Ihnen der Creative Commons Mixer helfen herauszufinden, ob die Lizenzen der Materialien, die Sie verwenden möchten, miteinander kompatibel sind. Das Tool zeigt Ihnen ebenfalls an, welche Gesamtlizenz für die jeweilige Kombination möglich ist.

Wo können Sie OER veröffentlichen?

Es gibt verschiedene Plattformen, auf denen Sie Ihre OER-Materialien veröffentlichen können. Die Veröffentlichungsmöglichkeiten lassen sich dabei auf unterschiedlichen Ebenen ansiedeln:

  • Veröffentlichung auf Landesebene auf Landesportalen, z. B. ORCA.nrw, Twillo, ZOERR
  • Veröffentlichung auf formatspezifischen (Video, Bilder etc.) Plattformen wie Youtube, H5P und Wikimedia Commons
  • Veröffentlichung auf einer hochschulinternen Plattform wie z. B. OpenRUB, OpenMoodle-System der eigenen Hochschule oder Mediatheken

 

Tipp: Metadaten

Um die Sichtbarkeit Ihrer Materialien zu erhöhen, empfehlen wir, dass Sie sich frühzeitig überlegen, welche Metadaten wie z. B. Angabe der Urheberschaft, Titel, Materialtyp und Beschreibung Sie für Ihre Materialien hinterlegen möchten. Da die Metadatenprofile je nach Tool unterschiedlich sein können, sollten Sie sich diese auf den Seiten, die Sie für eine Veröffentlichung in Betracht ziehen, ansehen. Die Metadaten für Material auf ORCA.nrw basieren beispielsweise auf dem Allgemeinen Metadatenprofil für Bildungsressourcen.

Anlaufstellen

An der Ruhr-Universität Bochum gibt es Hilfestellungen und Umsetzungsunterstützung für die OER-Nutzung und -Erstellung, die vom eLearning-Team des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik angeboten wird. Wenn Sie Materialien haben, die Sie auf OpenRUB oder ORCA.nrw veröffentlichen wollen, mehr Informationen wünschen oder sonstige Anliegen zum Thema OER haben, schicken Sie eine Mail an zfw-elearning@rub.de. Schauen Sie auch gerne auf unserer Homepage vorbei oder in unserem OER-Selbstlernkurs mit zahlreichen weiteren Informationen rund um OER.

Netzwerkstellen des Landesportals ORCA.nrw: Das Netzwerk Landesportal ORCA.nrw unterstützt Lehrende an den NRW-Hochschulen bei der Nutzung und Produktion von OER-Materialien und allen Fragen rund um das Landesportal ORCA.nrw. Auch an der Ruhr-Universität Bochum gibt es eine Netzwerkstelle für Ihre Anliegen zum Thema OER und ORCA.nrw.

Rechtsinformationsstelle der DH.NRW: Die Rechtsinformationsstelle der digitalen Hochschule NRW ist eine Anlaufstelle für alle Rechtsfragen rund um die digitale Lehre. Sie können sich für rechtliche Fragen und Einschätzungen an die Rechtsinformationsstelle wenden. Außerdem veröffentlicht die Rechtsinformationsstelle regelmäßig Kurzgutachten und Informationsmaterialien zu bestimmten Rechtsthemen und informiert in ihrem Newsletter über aktuelle Themen.

Darüber hinaus können finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema OER in dem OER-FAQ von Jöran und Konsorten.

Autor*in

  • Sarah Görlich, Mitarbeiterin im Bereich eLearning des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik, Netzwerkstelle ORCA.nrw der Ruhr-Universität Bochum. Arbeitsschwerpunkte: Beratung zu Open Educational Resources, ORCA.nrw und dem Einsatz digitaler Medien.

Autor*in

  • Sarah Görlich, Mitarbeiterin im Bereich eLearning des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik, Netzwerkstelle ORCA.nrw der Ruhr-Universität Bochum. Arbeitsschwerpunkte: Beratung zu Open Educational Resources, ORCA.nrw und dem Einsatz digitaler Medien.

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