Sinnvolle Strukturierung, Prinzip der Serialität
Wie können Sie Ihre Vorlesung strukturiert gestalten? Hierzu bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Wichtig ist es zunächst, dass Sie eine begründete Auswahl der Lerninhalte treffen und eine didaktische Reduktion vornehmen. Dabei ist jeweils zwischen den inhaltlichen Anforderungen und den fachlichen Voraussetzungen der Studierenden abzuwägen, was keineswegs trivial ist. Stellen Sie sich daher immer wieder die Fragen: Welche Inhalte sind aus fachlicher Sicht unverzichtbar? Welche könnten reduziert werden?
Zur Strukturierung von Vorlesungsinhalten bieten sich z.B. die folgenden weiteren Möglichkeiten an:
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Zwischenzusammenfassungen (nach Inputphasen) einbauen,
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(Verständnis-)Fragen zur Wiederholung für die Studierenden formulieren oder
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das Prinzip der Serialität von Vorlesungen nutzen, das ich nun erläutern werde.
Vorlesungen basieren (wie übrigens auch Soap Operas) auf dem Prinzip der Serialität. Unter Serialität versteht man nach Ulrich und Knape (2015, S. 76) eine „auf Fortsetzung, Wiederkehr und Ähnlichkeit von Formen und Inhalten beruhende Struktur“. Eine Vorlesungsreihe erstreckt sich z.B. über ein Semester und besteht aus einzelnen Vorlesungsfolgen, die in der Regel thematisch miteinander verbunden sind. Diesen Seriencharakter von Vorlesungen sollten Sie sich klar machen und die Vor-Strukturierung dieser Lehrveranstaltung können Sie für die „dramaturgische Gestaltung“ (Hellermann, 2016, S. 49) Ihrer Vorlesung didaktisch geschickt nutzen. Die Serialität von Vorlesungen kann Sie als Dozent*in entlasten. So können Sie auf diese vorhandene Struktur von Vorlesungen zurückgreifen, wie ich im Folgenden erläutern werde. Um Ihre Vorlesung gut aufbauen zu können, sollten Sie Anfang und Ende der jeweiligen Sitzung besondere Aufmerksamkeit schenken. Hier einige Ideen dafür, wie Sie das Prinzip der Serialität didaktisch geschickt nutzen können:
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Zum Einstieg der Sitzung nehmen Sie Bezug auf die vorherige Sitzung.
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Im Anschluss daran nennen Sie die Lernziele für die aktuelle Sitzung. Optional können Sie diese Lernziele am Ende der Sitzung auch abgleichen (lassen).
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Während der Sitzungen stellen Sie immer wieder den Bezug zum übergeordneten Thema der Vorlesung her, um den Studierenden Orientierung zu geben.
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Wiederholen Sie systematisch Inhalte.
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Bauen Sie wiederkehrend Rituale und Überraschungsmomente ein.
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Geben Sie am Ende der aktuellen Sitzung einen Ausblick auf die nächste Sitzung. Dies können Sie auch mit Aufgaben für die Studierenden zur Vorbereitung verbinden.
Solche Rituale können z.B. die Strukturierung der Arbeitsphasen nach dem Prinzip think – pair- share oder wiederkehrende (Zwischen-)Zusammenfassungen sein. Quiz-Elemente und ad-hoc-Fragen wären beispielsweise geeignete Überraschungselemente. Überlegen Sie sich gern weitere eigene Ideen zur Strukturierung Ihrer Vorlesung. Der (zeitliche) Mehraufwand für die Vorbereitung und Umsetzung dieser strukturierenden Ideen sollte jedoch nicht allein bei Ihnen liegen. Daher rege ich an, dass Sie Ihre Studierenden möglichst häufig handlungsorientiert aktivieren. So ist es z.B. naheliegend, dass die Studierenden (Zwischen-)Zusammenfassungen oder inhaltliche Bezüge selbst formulieren.
Generell empfehle ich, eine Auswahl zu treffen, einzelne Ideen gezielt umzusetzen und interessant zu variieren. Es ist nicht sinnvoll, möglichst viele Ideen flächendeckend zu realisieren. Einige der beschriebenen Ideen können gut mit aktivierenden Lehrmethoden kombiniert werden, was ich gern an einigen Beispielen erläutern möchte.
Für (Zwischen-)Zusammenfassungen lässt sich die Zwischenbilanz als Methode anwenden. Die Studierenden setzen sich mit der Sitznachbarin bzw. dem Sitznachbarn zusammen und tauschen sich dazu aus, was sie bislang gelernt haben und wie sie dieses Wissen anwenden können.
Um Vorlesungsinhalte systematisch zu wiederholen, bietet sich die Methode Challenge by Choice an. Die Studierenden erhalten Fragen bzw. Aufgaben in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Sie wählen selbst den Schwierigkeitsgrad aus, bearbeiten die Aufgaben eigenständig und gleichen ihre Antworten mit dem Erwartungshorizont ab. Wichtig ist, dass der Zeitaufwand zur Bearbeitung der Aufgaben für alle drei Schwierigkeitsgrade insgesamt gleich umfangreich ist.
Zum Ende der Sitzung empfehle ich die Zwei-Minuten-Frage. Die Studierenden reflektieren das Gelernte, identifizieren offene Fragen und geben anonym Feedback. Sie erhalten zwei Minuten Zeit, um z.B. die folgenden Fragen zu beantworten: Was war die zentrale Erkenntnis der heutigen Sitzung? Welche Frage ist für mich noch offen? Welcher Zusammenhang ist mir noch unklar? Auf diese Weise erhalten Sie als Lehrende unmittelbar Feedback, das Sie direkt nutzen können, indem Sie dies in die Gestaltung der nächsten Sitzung einbeziehen.