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Diversitätssensible und inklusive Hochschullehre

Grundlagen, Praxistipps und: Was kann KI beitragen?

 

Thesen

  • Inklusion bezieht sich auf die Berücksichtigung vielfältiger individueller Voraussetzungen und Lebensrealitäten und umfasst mehr als die Integration von Menschen mit Behinderungen. Diversitätssensible und inklusive Hochschullehre stehen daher nicht im Widerspruch zueinander.
  • Inklusion als pädagogischer Ansatz ist ein hilfreiches Mittel, um gute Lehre zu gestalten.
  • Diversitätssensible und inklusive Hochschulbildung fördert den Abbau struktureller Barrieren und Chancengerechtigkeit für alle Lernenden.
  • Diversitätssensible und inklusive Hochschullehre fördert Transparenz, verbessert die Kommunikation und optimiert die Betreuung von Studierenden.
  • Viele Lehrende setzen bereits unbewusst diversitätssensible und inklusive Maßnahmen um.
  • Eine bewusste Gestaltung von Sprache, Beteiligungsformaten, Gruppenarbeit, Barrierefreiheit und Lernmaterialien kann die Teilhabe aller Studierenden weiter verbessern.
  • Universal Design for Learning (UDL) ist ein hilfreicher Rahmen, um diversitätssensible und inklusive Lehre zu gestalten.
  • Lehrende können KI-Tools nutzen, zum Beispiel für die barrierefreie Gestaltung von Lehr- und Lernmaterialien.
  • Lehrende können einigen mit der Nutzung künstlicher Intelligenz verbundenen Risiken unter Berücksichtigung ethischer Überlegungen und der Einhaltung von Datenschutzrichtlinien begegnen.

Einleitung

Inklusion, Diversität, Heterogenität – im Diskurs um eine qualitativ hochwertiger (Hochschul-) Bildung sind verschiedene Begriffe in Verwendung, um einen Umgang mit Verschiedenheit in Bildungssettings zu beschreiben. Damit ist meist die Verschiedenheit der Lernenden gemeint, die sich auf unterschiedliche Voraussetzungen, Vorwissen, Fähigkeiten, Interessen, Lebensumstände, Herkünfte, Begabungen oder Alter bezieht. Die Begriffe werden unserem Eindruck nach teilweise synonym, unreflektiert oder wie eine Modeerscheinung verwendet.

Wir möchten für Lehr- und Lernsettings an Hochschulen einen Begriff starkmachen, der in der aktuellen Diskussion etwas in den Hintergrund gerückt ist: Inklusion.

Die Inklusionsstrategie der RUB (2023) zielt darauf ab, Inklusion und Barrierefreiheit in der Lehre zu fördern sowie Nachteilsausgleiche in Prüfungen umzusetzen, unterstützt durch Ansprechstellen und Sensibilisierungsangebote. Dazu gehören der Ausbau von Informationen und Empfehlungen zu inklusivem Handeln, sowie die Etablierung barrierefreier Hochschulkommunikation und Informationsverfügbarkeit. Im Einklang mit diesen Zielen und Maßnahmen verstehen wir diese Handreichung als Beitrag zu Empfehlungen zu inklusivem Handeln in der Lehre.

Begriffsklärung

Es ist uns als Autor*innen für diesen Beitrag wichtig, präzise zu definieren, worum es geht, wenn wir von inklusiver Hochschullehre oder Inklusion sprechen. Es ist auch für Sie als Lehrende, die eine hochwertige Bildung gestalten wollen, gut, wenn Sie sich verorten können – egal, welche Begriffe Sie am Ende dafür nutzen.

Inklusive Bildung ist ein genuin pädagogischer Begriff. Seit den 1990er Jahren wird er im internationalen Kontext verwendet und erfuhr durch die Vereinten Nationen weitreichende Verbreitung. Die ‚Salamanca-Erklärung‘ der UNESCO aus dem Jahr 1994 beschreibt erstmals eine Pädagogik als inklusiv, die eine Bildung für alle ist, also „Prinzipien einer guten Pädagogik, aus der alle Kinder Nutzen ziehen können“ verfolgt (UNESCO 1994).

Die in Deutschland im Jahr 2009 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention (UN 2006) implementiert in Artikel 24 ‚Inclusive Education on all Levels‘, und das von den United Nations (UN) entwickelte Sustainable Development Goal (SDG) 4: „Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern“ (BMZ 2023) beschreibt hochwertige und inklusive Bildung als nachhaltiges Entwicklungsziel. Hier werden explizit Bildungssysteme angesprochen, die inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken entwickeln müssen, um Barrieren für Teilhabe abzubauen und strukturelle Diskriminierung für alle zu minimieren (Booth & Ainscow 2011).

Inklusive Bildung richtet sich an die strukturelle Ebene im Bildungssystem. Bildungsangebote müssen für alle zugänglich und barrierefrei gestaltet werden (UN-BRK, Vereinte Nationen 2016). Obwohl der Begriff "Inklusion" im politischen Diskurs in Deutschland oft eng mit der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verknüpft wird, zielt inklusive (Hochschul-)Bildung auf die Einbeziehung aller Lernenden ab. Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen erleben im Bildungssystem oft besonders deutliche strukturelle Barrieren, welche systematisch reflektiert und abgebaut werden müssen. Gleichzeitig sind hier zusätzlich gezielte Maßnahmen notwendig (einen umfassenden Überblick zu barrierefreier Lehre im Kontext von Behinderung und chronischer Erkrankung stellt das Studierendenwerk zur Verfügung).

Von inklusiven Lehrkonzepten profitieren jedoch alle Lernenden. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung einer Lernumwelt, die von vornherein die Vielfalt aller Studierenden berücksichtigt und unterschiedliche Zugangswege zum Lernen ermöglicht (Prengel 1993; Prengel 2015; Schildmann, Schramme & Libuda-Köster 2018, 76 ff.). Im deutschen Hochschulkontext sind zum Beispiel auch ‚first-generation students‘ oder Studierende mit Deutsch als Zweitsprache Teil einer vulnerablen Gruppe, also einer Gruppe, die einem höheren Risiko einer Benachteiligung ausgesetzt ist. Deren Bedürfnisse müssen als Teil der allgemeinen Lehrgestaltung berücksichtigt werden (UNESCO 1994). So formuliert auch die RUB in der Inklusionsstrategie (2023):

„Ziel ist stets die Barrierefreiheit im Sinne eines Universal Designs – also einer Gestaltung, die allen Menschen gleichermaßen dient und die selbständige Nutzung für so viele Menschen wie möglich ohne weitere Anpassung oder Spezialisierung ermöglicht. Ist dieses Ziel (vorerst) nicht umsetzbar, so sind gleichwohl angemessene Vorkehrungen zu treffen, um es künftig zu erreichen.“

Die Analyse von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und das kritische Hinterfragen von (tradierten) institutionellen Mechanismen, die Barrieren für Partizipation[1]  und Diskriminierung erhalten, gehört zu inklusiver Bildung inhärent dazu (Vereinte Nationen 2016; UNESCO 1994). In Ergänzung zu Inklusion kann der Begriff Diversity, der aus einem wirtschaftlichen Diskurs stammt, skizziert werden. Die Übergänge sind fließend, und die hohe Akzeptanz des Diversity-Begriffs hat dazu geführt, dass machtkritische und intersektionale Perspektiven auch hier vermehrt diskutiert und integriert werden (Kaufmann 2016; Oberle & Stammer 2023).

Die Ruhr-Universität beschreibt im Rahmen ihrer Diversitätsstrategie eine diversitätssensible, inklusive Pädagogik als handlungsleitend. Diversitätspolitik an der Universität wird in der Strategie verstanden als die Sichtbarmachung und die Bekämpfung von Diskriminierung, was sich mit den im Menschenrechtskontext unter Inklusiver Bildung (UN-BRK 2006; Degener & Mogge-Grothjahn 2012; Vereinte Nationen 2016) herausgearbeiteten Aspekten deckt

Es wird deutlich, dass sich die verschiedenen Begriffe in vielen Aspekten überschneiden, und Widersprüche zwischen Politik und Wissenschaft bestehen. Dies äußert sich in der Koexistenz verschiedener Leitbegriffe und Strategien. Aufgrund dieser fehlenden Einheitlichkeit sind Akteur*innen daher gezwungen, sich selbst ein Bild zu machen und Begrifflichkeiten für sich zu klären.

Dennoch ist für den Bereich des Lehrens und Lernens, der vermehrt aus pädagogischen Überlegungen gespeist wird, der Begriff der inklusiven Pädagogik, wie oben beschrieben, gut fundiert, ausdifferenziert und wissenschaftlich erforscht. Zudem ist inklusive Bildung ein Menschenrecht. Wenn es um die konkrete pädagogische Ausgestaltung geht, verwenden wir in diesem Beitrag daher den Begriff der inklusiven Hochschullehre – die in dieser Definition natürlich auch diversitätssensibel ist.

Dabei ist wichtig zu betonen, dass gelungene Inklusion nicht allein Ihre Aufgabe als einzelne Lehrperson sein kann. Das Hochschulsystem mit seinen gewachsenen Strukturen muss als Ganzes die Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, Barrieren abzubauen. Der Gestaltungsspielraum der einzelnen Lehrperson ist abhängig von der organisationalen Unterstützung, und es ist notwendig, dass strukturelle Veränderungen, curriculare Entwicklungen und das Engagement von Lehrenden zur Gestaltung inklusiver Lehrsettings ineinandergreifen.

Inklusive Hochschullehre kann durch konkrete und universelle Maßnahmen entwickelt und stetig weiterverfolgt werden. Sie können mit wenig Aufwand damit beginnen, ein Lehrsetting zu gestalten, das so viele verschiedene Lerner*innen wie möglich anspricht und zugänglich ist, ohne dass für jede*n individuelle Anpassungen erforderlich sind. Dies wird als Universal Design for Learning (UDL) bezeichnet.

[1] Partizipation meint die gleichberechtigte Mitwirkung, Teilhabe und Beteiligung in gesellschaftlichen Teilsystemen.

Gute Gründe für diversitätssensible und inklusive Hochschullehre

Einer der wichtigsten Vorteile inklusiver Hochschullehre ist die inhaltliche Transparenz. Indem Sie Ihre Lehrmaterialien klar strukturieren, barrierefrei gestalten und im Sinne von Universal Design for Learning (UDL) unterschiedliche Lernwege ermöglichen, profitieren alle Studierenden mit ihren verschiedenen Bedürfnissen. Eine gute didaktische Aufbereitung senkt Hemmschwellen und erleichtert Studierenden die Teilnahme. Ebenso wichtig ist die organisatorische Transparenz. Wenn Studierende von Anfang an wissen, wie Prüfungen ablaufen, welche Anforderungen gelten, und welche Unterstützungsmöglichkeiten existieren, werden Unsicherheiten und der Betreuungsaufwand im Einzelfall reduziert.

Inklusive Hochschullehre verbessert die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Studierenden. Wenn Sie frühzeitig signalisieren, dass Vielfalt in Ihrer Lehrveranstaltung willkommen ist und Sie auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen, stärkt das Vertrauen und die Beteiligung, was sich positiv auf die Lernatmosphäre und den Lernerfolg auswirken kann. Durch klare Kommunikation, transparente Bewertungsmaßstäbe und barrierefreie Gestaltung der Lehre entstehen weniger Missverständnisse und Frustrationen. Das kann dazu beitragen, Beschwerden, Konflikte mit Studierenden und Einzelfallmanagement zu minimieren.

Die Auseinandersetzung mit inklusiver Hochschullehre ermöglicht Ihnen eine Weiterentwicklung Ihrer professionellen Lehrkompetenz und trägt zur Reflexion von Lehraktivitäten bei. Als RUB-Lehrende*r können Sie sich beim Zentrum für Wissenschaftsdidaktik dazu beraten lassen, wie Sie Ihre Kompetenzen im Rahmen der inklusiven Lehre sichtbar machen (zum Beispiel Lehrportfolio, hochschuldidaktisches Zertifikat) und für Ihren weiteren Karriereweg nutzbar machen können.

Wir gehen im folgenden Kapitel „Was kann ich in meiner Lehre tun?“ näher auf die konkreten Möglichkeiten ein und skizzieren im Kapitel „Künstliche Intelligenz und inklusive Hochschullehre“ inwiefern KI-Tools dabei unterstützen können.

Was kann ich in meiner Lehre tun?

Inklusive Hochschullehre profitiert von allen Maßnahmen, die gute Lehre unterstützen. Das heißt zum Beispiel, klare Lernziele festzulegen, Kriterien für den Lernerfolg zu entwickeln, zu kommunizieren und zu überprüfen, und Aktivitäten, Schwierigkeitsgrade, Feedback und Prüfungen darauf abzustimmen - ganz im Sinne des constructive alignments (Biggs & Tang 2011). Als wirksame Strategie hat sich erstens erwiesen, während des Lernprozesses zum Beispiel über formative Prüfungen von der Zielgruppe Feedback über ihren Lernprozess einzuholen. Es gilt, die so gewonnenen Erkenntnisse zu bewerten und für die weitere Planung zu nutzen. Zweitens ist die Zusammenarbeit von Lehrenden während der Planung von Lehrveranstaltungen wirksam (Hattie 2015).

Universal Design for Learning (UDL) ist ein etablierter Ansatz, um Lehre für eine heterogene Gruppe zugänglich und damit inklusiv zu machen. UDL berücksichtig drei wichtige Aspekte (CAST 2024):

  • Inhalte werden auf verschiedene Arten präsentiert (Repräsentation).
  • Die Lernenden haben die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf unterschiedliche Art und Weise zu demonstrieren (Aktivität und Ausdruck).
  • Und der Lernprozess wird so gestaltet, dass er für alle Lernenden motivierend und herausfordernd ist (Engagement).

Wahrscheinlich setzen Sie bereits Maßnahmen um, die Studierende mit unterschiedlichen Bedürfnissen unterstützen – vielleicht, ohne es bisher aktiv als inklusiv wahrzunehmen. Einige Aspekte sind für die Gestaltung inklusiver Lehre besonders wichtig, diese führen wir im Folgenden etwas detaillierter aus. Um Ihnen eine strukturierte Orientierung zu geben, haben wir diese Aspekte in verschiedene Teilbereiche inklusiver Hochschullehre gegliedert.

Abbildung 1 : Übersicht über wichtige didaktische und organisatorische Teilbereiche inklusiver Hochschullehre. Quelle: eigene Darstellung.

Sprache

Eine bewusste und inklusive Sprache kann Barrieren für erfolgreiches Lernen abbauen und damit zum Lernerfolg beitragen sowie dazu, dass sich alle Studierenden angesprochen und respektiert fühlen.

1) Verständliche Sprache und Fachbegriffe erklären: In allen Gruppen gibt es unterschiedliche Wissensstände. Besonders deutlich wird dies zum Beispiel in interdisziplinären Veranstaltungen oder in Gruppen unterschiedlicher Fachsemester. Verwenden Sie eine klare und einfache Sprache und erklären Sie Fachbegriffe, um sicherzustellen, dass alle Studierenden den Inhalten folgen können. Nutzen Sie anschauliche Beispiele und wiederholen Sie zentrale Begriffe ausreichend oft, um Verständnislücken zu schließen. Halten Sie zentrale Begriffe auch schriftlich fest, oder lassen durch die Studierenden ein begleitendes Glossar erarbeiten. Etwas aufwendiger für Sie als Lehrperson ist eine Abfrage der unterschiedlichen Wissensstände zu Beginn der Veranstaltung, die einen gezielten Einsatz von differenzierten Ergänzungs- und Übungsmaterialien ermöglicht.

2) Sprachbarrieren erkennen und reduzieren: Falls Studierende nicht mit der Unterrichtssprache als Erstsprache aufgewachsen oder Erstakademiker*innen sind, können unterstützende Maßnahmen hilfreich sein. Nutzen Sie generell visuelle Darstellungen, einfache Satzstrukturen oder ergänzende Übersetzungen, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Achten Sie auch auf Signale seitens der Studierenden, die darauf hinweisen, dass sie diese Unterstützung benötigen. Ebenfalls möglich ist eine Abfrage von Sprachbarrieren zu Beginn der Veranstaltung, um einen Anhaltspunkt zu erhalten, welche Unterstützung insgesamt notwendig ist, oder an welche anderen Strukturen Sie die Studierenden verweisen können. Um Studierende nicht bloßzustellen, wägen Sie ab, in welchem Format die Abfrage geschehen kann.

3) Für gendergerechte Sprache sensibilisieren: Achten Sie auf eine wertschätzende Ansprache. Dies beginnt bereits mit kleinen Anpassungen. Statt ‚Frau/Herr‘ können Sie beispielsweise den Vornamen oder die Kombination aus Vor- und Nachname verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist es, das Duzen von Beginn an aktiv zu etablieren - natürlich immer unter Berücksichtigung der eigenen Lehrpersönlichkeit und der Erwartungshaltung der Studierenden. Ermutigen Sie Studierende zu Beginn einer Veranstaltung, ihre Pronomen und/oder ihre gewählten Namen anzugeben – sei es auf Namensschildern, in Teilnahmelisten, in digitalen Profilen (etwa in Zoom) oder mündlich. Sprechen Sie die Studierenden dann auch so an, damit die anderen Kommiliton*innen sehen, wie es funktioniert. Dies ermöglicht allen, sich entsprechend angesprochen zu fühlen. Kommunizieren Sie offen, dass es in Ihrer Veranstaltung üblich ist, persönliche Pronomen zu respektieren. Wenn Sie selbst Unsicherheiten im Umgang mit gendergerechter Sprache haben, werfen Sie zum Beispiel einen Blick in die Handreichung zu genderinklusiver Sprache der Ruhr-Universität Bochum.

4) Begriffe und Redewendungen sensibel verwenden: Manche Begriffe oder Redewendungen haben diskriminierende Ursprünge oder können unbeabsichtigt ausgrenzend wirken. Überprüfen Sie bewusst Ihren Sprachgebrauch und wählen Sie alternative Formulierungen, um Missverständnisse zu vermeiden. Zum Beispiel ‚Rollstuhlnutzende‘ anstatt ‚an den Rollstuhl gefesselt‘, oder ‚die Generation 60+‘ anstatt ‚die Alten‘ oder ‚Ghana, Syrien, Südafrika‘ anstatt ‚Afrika‘. Zu vermeiden sind auch stereotype Zusammenhänge wie zum Beispiel ‚Chef = alter Mann‘, stattdessen ist es hier sinnvoll, explizit ein differenzierteres Bild entgegenzusetzen. Weiterführende Infos finden Sie u.a. im Rassismuskritischen Leitfaden (Autor*innenkollektiv Rassismuskritischer Leitfaden 2015), oder im Leitfaden Understanding inclusive Language (Center for Equity, Gender & Leadership 2024).

Aktivierung und Zusammenarbeit

Eine inklusive Hochschullehre ermöglicht es allen Studierenden, sich aktiv am Lernprozess zu beteiligen – unabhängig von individuellen Stärken, Vorlieben oder möglichen Barrieren. Durch studierendenzentrierte Methoden, unterschiedliche Beteiligungsformate und eine bewusste Zusammenstellung von Gruppen können Sie dazu beitragen, dass alle Studierenden eingebunden werden und produktiv zusammenarbeiten. Bleiben Sie mit Ihren Studierenden im Gespräch, um zu erfahren, welche Hilfestellungen sie in Gruppenarbeiten benötigen.

1) Vielfältige Beteiligungsformate anbieten: Nicht alle Studierenden fühlen sich in mündlichen Diskussionen wohl. Bieten Sie daher im Sinne von UDL verschiedene Möglichkeiten der aktiven Teilnahme an oder variieren Sie diese im Verlauf der Veranstaltung – beispielsweise durch schriftliche Beiträge/Chats, den Einsatz von Voting- oder Abstimmungstools für ggfs. anonyme Rückmeldungen oder digitale Diskussionsforen. So ermöglichen Sie allen Studierenden, sich entsprechend ihrer individuellen Präferenzen und Bedürfnisse einzubringen.

2) Gruppen bewusst bilden: Gruppenzusammensetzungen können darüber entscheiden, ob sich Studierende einbezogen fühlen oder nicht. Nutzen Sie daher verschiedene Mechanismen zur Gruppenfindung, etwa zufällige Zuweisungen oder rotierende Gruppen. So verhindern Sie, dass sich immer dieselben Gruppen bilden und/oder einzelne Studierende ausgeschlossen werden. Kommunizieren Sie den Studierenden den Mehrwert wechselnder Gruppen, wie u.a. den Perspektivwechsel, oder das Kennenlernen neuer Arbeitsweisen und sozialer Vielfalt.

3) Einzel- und Gruppenarbeit kombinieren: Manche Studierende arbeiten lieber eigenständig, während andere in Zusammenarbeit besser lernen. Integrieren Sie daher sowohl Gruppen- und Partner- als auch Einzelarbeitsphasen in Ihre Lehrveranstaltungen. So ermöglichen Sie es den Studierenden, verschiedene Arbeitsweisen auszuprobieren und von beiden Formaten zu profitieren. Achten Sie darauf, dass die Aufgaben sinnvoll gestaltet sind und sich an den Lernzielen orientieren, damit beide Arbeitsformen einen echten Mehrwert bieten.

4) Feedback von den Studierenden einholen: Damit Studierende motiviert und engagiert miteinander kooperieren, ist es wichtig, ihre Perspektive auf die Zusammenarbeit einzuholen. Studierende haben jedoch unterschiedliche Präferenzen, wie sie Feedback geben möchten. Bieten Sie daher mehrere Möglichkeiten an – anonym, persönlich, mündlich oder schriftlich, digital oder analog. So können Sie sicherstellen, dass Sie mehr und besseres Feedback erhalten, das Ihnen hilft, Gruppenarbeiten besser zu begleiten, und die Lehrveranstaltung gezielt an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen. Eine wertvolle Möglichkeit, Feedback einzuholen, ist zum Beispiel die Durchführung eines Teaching Analysis Poll.

5) Eine positive Lernatmosphäre schaffen: Indem Sie studierendenzentriert und mit einem offenen Ohr für die Rückmeldungen Ihrer Studierenden Ihre Lehre gestalten, tragen Sie zu einer positiven Lernatmosphäre bei. Wir wollen an dieser Stelle explizit die Wichtigkeit des Lernklimas hervorheben. Eine positive Atmosphäre sorgt für Wohlbefinden und ermutigt Studierende dazu, sich aktiv zu beteiligen und bei Unklarheiten um Erklärungen zu bitten.

Diskriminierungs- und Barrierefreiheit

Eine diskriminierungsfreie und barrierearme Lehr- und Lernumgebung stellt sicher, dass alle Studierenden unabhängig von individuellen Einschränkungen oder sozialen Hintergründen gleichberechtigt teilhaben können. Durch gezielte Maßnahmen können Sie strukturelle Hürden abbauen und eine respektvolle Atmosphäre fördern.

1) Räumliche Barrieren abbauen: Falls Sie Einfluss auf die Raumvergabe für Ihre Lehrveranstaltung haben, achten Sie darauf, dass barrierefreie Zugänge und Sitzplätze vorhanden sind. So ermöglichen Sie allen Studierenden eine gleichberechtigte Teilnahme. Falls die Raumvergabe nicht in Ihrer Hand liegt, können Sie sich dennoch vorab über die Gegebenheiten informieren und gegebenenfalls alternative Lösungen vorschlagen. Fragen Sie vorher oder zu Beginn der Veranstaltung besondere Bedarfe hinsichtlich des Raums ab, zum Beispiel sind Personen mit Hörbeeinträchtigungen oft auf Mikrofonnutzung angewiesen.

2) Barrierefreiheit transparent kommunizieren: Informieren Sie Studierende bereits vor der ersten Veranstaltung über die barrierefreien Zugangsmöglichkeiten. Geben Sie klare Hinweise, wie Studierende den Raum problemlos erreichen können und welche Unterstützungsangebote es gibt. So schaffen Sie Planungssicherheit und senken mögliche Hemmschwellen. Fragen Sie auch hier besondere individuelle Bedarfe ab und berücksichtigen Sie evtl. vorhandene Nachteilsausgleiche (resultierend aus einem Rechtsanspruch) für die Lehre. Barrierefreiheit betrifft auch Materialien - siehe nächste Seite.

3) Technische Unterstützung nutzen: Nutzen Sie Mikrofone in größeren Räumen konsequent, um alle Studierenden gleichermaßen zu erreichen. Achten Sie darauf, dass Ihre Stimme gut verständlich ist, und wiederholen Sie bei Bedarf Fragen oder Beiträge aus dem Plenum. Prüfen Sie gegebenenfalls, ob eine Integration von KI-Technologien für den Einbau von Echtzeit-Untertiteln auf der Leinwand für Ihre Veranstaltung sinnvoll ist (Siehe dazu Kapitel „Künstliche Intelligenz und inklusive Hochschullehre“).

Zur technischen Unterstützung gehört auch die Aufzeichnung von Vorlesungen, die für alle Studierenden zur Nacharbeit hilfreich sein kann. An der RUB gibt es bei Vorlesungsaufzeichnungen Unterstützung durch RUBcast.

4) Anti-Diskriminierungsregeln aktiv kommunizieren: Schaffen Sie eine klare Kultur gegen diskriminierendes Verhalten, indem Sie zu Beginn der Veranstaltung transparente Regeln für einen respektvollen Umgang miteinander formulieren bzw. mit den Studierenden gemeinsam erarbeiten. Verweisen Sie gegebenenfalls auf bestehende universitäre Leitlinien oder Unterstützungsangebote für betroffene Studierende (für die RUB: Anti-Diskriminierungsstelle). Dies schafft ein gemeinsames Bewusstsein für eine inklusive Lernumgebung und zeigt, dass diskriminierendes Verhalten aufgegriffen und daraus gelernt wird. Positionieren Sie sich selbst auch als Lernende*r in dieser Hinsicht, und betonen Sie, dass der offene Dialog Ihnen wichtig ist, und gemeinsam Lösungen gefunden werden können.

Materialien

Lernmaterialien sind ein zentraler Bestandteil jeder Lehrveranstaltung und sollten möglichst barrierefrei gestaltet werden. Durch eine bewusste Gestaltung können Sie sicherstellen, dass das Material für alle Studierenden physisch und pädagogisch zugänglich sowie anschlussfähig an ihre Lebenswelt ist. Einige der hier vorgestellten Maßnahmen erfordern einen höheren Aufwand, sind aber langfristig sinnvoll, da Lernmaterialien häufig über viele Semester hinweg genutzt werden. Allgemein gilt auch hier: Bleiben Sie mit Ihren Studierenden in Kontakt, und stellen Sie klar, dass Sie bereit sind, dazu zu lernen. Kein Material ist perfekt für alle zugänglich. Einige grundlegende Prinzipien können sein:

1) Material digital bereitstellen: Stellen Sie Materialien digital zur Verfügung und achten Sie darauf, dass PDFs mit Texterkennung versehen sind, damit sie von Screenreadern gelesen werden können. Wählen Sie Farben bewusst aus, um beispielsweise Studierende mit Rot-Grün-Schwäche nicht auszuschließen. Achten Sie bei der Farbwahl auch auf die Kontraste.

2) Videos mit Untertiteln versehen: Falls Sie Videos verwenden, stellen Sie sicher, dass sie untertitelt sind, um sie für Studierende mit Hörbeeinträchtigungen oder Studierende, die Deutsch als Zweitsprache nutzen, zugänglich zu machen. Einige Tools können auch dabei helfen, Transkripte von Video- oder Audiodateien zu erstellen. Prüfen Sie, ob Sie diese universal zur Verfügung stellen wollen, oder an Studierende nach Bedarf herausgeben.

3) Inhalte unterschiedlich darstellen: Binden Sie Inhalte in verschiedenen Formaten ein, zum Beispiel als Text, Audio oder Video, um verschiedene Informations- und Verarbeitungskanäle anzusprechen. Die Materialien können auch im Zeitverlauf der Veranstaltung variieren.

4) Aktivitäten und Ergebnisse variieren: Regen Sie die Studierenden zu unterschiedlichen Aktivitäten an und verlangen Sie unterschiedliche Ergebnisse (zum Beispiel Bericht, Präsentation, Poster, Audiodatei/Podcast und weitere). Lernziele können meist auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlichen Sozialformen erreicht werden. Generell verlangen Lernziele auf einer höheren Taxonomiestufe meist auch ein höheres Level an Kooperation und Austausch. Ergebnisse können wiederum auf sehr verschiedene Weise belegen, was die Studierenden gelernt haben. Auch hier können abhängig vom Lernziel variable Möglichkeiten eingesetzt werden (CAST 2024). 

Speziell für die digitale Barrierefreiheit verweisen wir an dieser Stelle auch auf die Toolbox Digitale Barrierefreiheit an der RUB.

Prüfungsvorbereitung und Prüfung

Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil des Studiums. Eine inklusive Gestaltung von Prüfungen und deren Vorbereitung trägt dazu bei, faire Bedingungen für alle Studierenden zu schaffen. Dabei geht es sowohl um transparente Anforderungen als auch um alternative Prüfungsformate, die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen können. Bei allen Möglichkeiten der Vorbereitung und Gestaltung von Prüfungen müssen Sie immer die für Ihre Studierenden geltenden Prüfungsordnungen mit einbeziehen.

1) Feedback einholen: Kontinuierliches formatives Feedback ist ein zentraler Aspekt für gelingendes Lernen, und erlaubt Ihnen als Lehrperson, die Lernaktivitäten anzupassen. Sie können mit kleinen Quizzen, Zwischenabgaben, Protokollen, und weiteren Aktivitäten arbeiten, die nicht in die Abschlussnote einfließen. Sie dienen Ihnen und den Studierenden als Hinweise, welche Inhalte noch mehr gelernt werden müssen, welche Kompetenzen noch nicht den Lernzielen entsprechen, oder in welchen Gebieten der Lernstand bereits hoch ist und Sie zum nächsten Thema übergehen können. Moodle kann Sie durch automatisiertes Feedback an die Studierenden unterstützen. Außerdem kann bei bestimmten Aufgaben (z. B. Rechenübungen in der Mathematik) Peer-Feedback eingesetzt werden.

2) Klare Bewertungsmaßstäbe setzen: Kommunizieren Sie Ihre Bewertungskriterien frühzeitig (d.h. in den ersten Sitzungen der Veranstaltung) und transparent. Erklären Sie den Studierenden, worauf Sie bei der Beurteilung achten und welche Anforderungen für eine erfolgreiche Prüfung erfüllt sein müssen. So reduzieren Sie Unsicherheiten und sorgen für faire Bedingungen. Im Sinne des constructive alignment orientieren sich die Prüfungsanforderungen sinnvollerweise eng an den Lernzielen. Auch die Lernaktivitäten während der Vorlesungszeit sind an den Prüfungsanforderungen ausgerichtet. Idealerweise stellen Sie die Bewertungskriterien auch schriftlich über das Lernmanagementsystem zur Verfügung, damit alle Studierenden darauf Zugriff haben und gegebenenfalls nachlesen können.

3) Prüfungssprache reflektieren: Überlegen Sie – auch in Hinblick auf Ihre geltende Prüfungsordnung und die didaktische Passung – ob Sie Ihren Studierenden Prüfungen in englischer Sprache ermöglichen können. Dies kann unter anderem für Lehrveranstaltungen mit internationalen Studierenden oder Austauschstudierenden sinnvoll sein.

4) Prüfungsformate variieren: Bieten Sie unterschiedliche Prüfungsformate an – sofern es organisatorisch nicht unmöglich oder in der Prüfungsordnung verboten ist – zum Beispiel mündliche und schriftliche Prüfungen, Hausarbeiten oder hybride Formate.  Studierende können so ihr Wissen bestmöglich je nach ihren individuellen Stärken unter Beweis stellen. Studierende mit Redeflussstörungen können außerdem davon profitieren, wenn sie bspw. bei Präsentationen die Möglichkeit zu einer Vorabaufzeichnung erhalten. Suchen Sie auch hier gemeinsam mit den betreffenden Personen nach geeigneten Varianten.

5) Prüfungsformen üben: Integrieren Sie gezielte Übungen zur Prüfungsvorbereitung in Ihre Lehrveranstaltung. Beispielsweise können Sie Prüfungsfragen aus vorherigen Prüfungen besprechen, Probeprüfungen durchführen oder typische Aufgabenformate gemeinsam mit den Studierenden durchgehen. Studierende gewinnen so Sicherheit im Umgang mit der von Ihnen gewählten Prüfungsform.

6) Unterstützungsangebote bekannt machen: Weisen Sie Studierende aktiv auf Unterstützungsangebote Ihrer Hochschule hin, zum Beispiel Schreibunterstützung oder ein Methodenzentrum, sowie auf Nachteilsausgleiche oder Beratungsstellen für barrierefreie Prüfungen. Durch klare Verweise an die richtigen Ansprechpersonen helfen Sie Studierenden, frühzeitig notwendige Maßnahmen zu beantragen und sich optimal vorzubereiten.

Bewusstsein und Reflexion

In diesem Abschnitt geht es um Ihre eigene Sensibilisierung für inklusive Hochschullehre und die bewusste Reflexion Ihrer eigenen Haltung und Rolle als Lehrperson. Beide Teilaspekte dienen auch der Reflexion über die Lernprozesse der Studierenden.

1) Sich bewusst sein: „Ich weiß nur wenig über meine Studierenden“ – Diesen Satz teilte uns kürzlich eine Lehrende der RUB mit. Sie verwendet ihn als eine Art Merksatz, den sie sich vor jeder Lehrveranstaltung bewusst macht. Er erinnert sie daran, dass Studierende vielfältig sind und dass Sie als Lehrperson in den meisten Fällen nur wenig über ihre individuellen Hintergründe, Erfahrungen und Bedürfnisse weiß. Dieser Perspektivwechsel schützt davor, vorschnelle Annahmen zu treffen, die unbeabsichtigt zu Exklusion oder Diskriminierung führen können. Bleiben Sie mit Ihren Studierenden im Gespräch, und fragen Sie nach, wenn Sie über etwas irritiert sind.

2) Sich selbst reflektieren: Ein weiterer, wichtiger Schritt hin zu einer inklusiven Lehre, kann Selbstreflexion sein. Nehmen Sie sich daher bewusst Zeit, um Ihre eigene Haltung und Ihr bisheriges Handeln zu erkennen und zu hinterfragen. Folgende Leitfragen können Sie dabei unterstützen:

  • Welche Werte und Überzeugungen prägen meine Lehrphilosophie?
  • Was bedeutet gute Lehre für mich?
  • Welche Methoden und Ansätze setze ich ein, um gute Lehre zu gewährleisten?
  • Was ist meine Haltung dazu, wie Lernen funktioniert?
  • Wie gehe ich mit unterschiedlichen Lernbedürfnissen und -voraussetzungen meiner Studierenden um?
  • Welche Bedeutung hat inklusive Hochschullehre für mich persönlich und für meine Studierenden?
  • Welche Erfahrungen habe ich selbst mit Diskriminierung gemacht und wie haben sie meine Sichtweise auf inklusive Hochschullehre beeinflusst?
  • Welche Herausforderungen und Chancen sehe ich in der Umsetzung inklusiver Lehre?
  • Welche konkreten Maßnahmen ergreife ich, um meine Lehre inklusiver zu gestalten?
  • Welche Möglichkeiten sehe ich, um den Erfolg meiner inklusiven Lehransätze zu evaluieren?
  • Wie hole ich Feedback von meinen Studierenden ein und wie nutze ich es zur Verbesserung meiner Lehre?

 

3) Fortbildung und Coaching in Anspruch nehmen: Verschiedene Weiterbildungs- und Coachingangebote beschäftigen sich mit Themen rund um Haltung, Rolle und Lehrphilosophie. Prüfen Sie an Ihrer Einrichtung, welche Möglichkeiten der Weiterbildung Sie wahrnehmen können. An der RUB gibt es das Hochschuldidaktische Qualifizierungsprogramm (u.a. enthalten ist ein spezieller Kurs „Die Rolle(n) als Lehrende gestalten“).

Zur Reflexion gehört jedoch nicht nur die kritische Auseinandersetzung mit Herausforderungen, sondern auch die Anerkennung dessen, was Sie bereits tun. Vielleicht werden Sie beim Lesen dieses Beitrags feststellen: „Ah, das mache ich ja schon genau so!“ – und das ist gut so. Seien Sie stolz auf Ihre bisherigen Schritte in Richtung inklusiver Lehre und nutzen Sie diese als Motivation, Ihre Lehre im Sinne des Lernens aller weiterzuentwickeln und zu gestalten.

Künstliche Intelligenz und diversitätssensible und inklusive Hochschullehre

Künstliche Intelligenz (KI) kann im Kontext von Inklusion sehr unterschiedlich konnotiert werden: Dies reicht von medizinischen Anwendungen wie der Steuerung von Prothesen oder der Anpassung von Hörgeräten bis hin zu technischen Hilfsmitteln für mehr Zugänglichkeit, etwa durch smarte Brillen, die Gesichter erkennen und vorlesen können. Unserer Eingangsdefinition von diversitätssensibler und inklusiver Bildung folgend rückt für die Hochschullehre jedoch eine andere Form von KI in den Fokus: generative Technologien, insbesondere Sprachmodelle wie Chatbots (zum Beispiel ChatGPT). Diese Systeme können Texte generieren, Aufgaben formulieren und so bei der individuellen Unterstützung von Lernenden helfen. Im vorliegenden Beitrag liegt der Fokus bewusst auf den Handlungsmöglichkeiten der Lehrenden, um Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen. Im Folgenden gehen wir daher vor allem auf die Potenziale und Herausforderungen generativer KI-Tools zur Gestaltung diversitätssensibler und inklusiver Lehr-Lern-Settings ein.

Es ist äußerst wichtig anzuerkennen, dass jegliche Technik eine gute, durchdachte und inklusive Gestaltung von Lehre nicht ersetzen oder übernehmen kann. Zudem sollten generative Technologien nicht zum Selbstzweck eingesetzt werden. Gleichwohl können KI-Tools Ihnen bei zielorientierter Anwendung dabei helfen, Ressourcen sinnvoll einzusetzen.

Generative KI kann zur individuelleren Gestaltung Inhalte um verschiedene Formate anreichern, zum Beispiel Text um visuelle oder auditive Elemente. Ebenso können Sie besonderen Bedarfen durch individuelle Nutzung bestimmter KI-Tools leichter begegnen, indem Sie zum Beispiel Übersetzungen oder Untertitel einfügen lassen. Je nach Ihrer Zielsetzung, können Sie sich von KI-Tools „beraten“, „informieren“ und „unterstützen“[1] lassen, ebenso wie Sie diese Möglichkeit der KI-Nutzung den Studierenden erklären können. Sie können Anleitungen und konkrete Aufgabenformulierungen mithilfe von generativen Technologien erstellen. Generative KI kann auch dabei helfen, verschiedene Aufgaben bei gleichem Schwierigkeitsgrad, als auch Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zu formulieren (OECD 2024, EC 2022). Beachten Sie jedoch immer, dass generative Sprachmodelle die Ausgaben auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten erstellen und diese daher immer unter Vorbehalt und dem Risiko von Falschinformationen bewertet werden müssen.

Interessant ist außerdem die Möglichkeit, mithilfe von generativer KI, zum Beispiel Chatbots, Ihre Selbstreflexion als Lehrperson und die professionelle Lehrkompetenzentwicklung zu stimulieren: Sie können lehrbezogene Herausforderungen „diskutieren“ und „Feedback“ zur Planung und Durchführung erhalten (zum Beispiel auf der Grundlage von Universal Design for Learning mit Ludia).

Die individuelle Nutzung von KI-Tools durch Studierende stellt jedoch ein Risiko dar. Es gilt, einen gleichberechtigten Zugang zu diesen Tools zu sichern. Einige KI-Tools sind kostenpflichtig, andere erfordern eine gewisse Hardware, die nicht immer vorhanden ist. Hier kann es helfen, wenn Sie als Lehrende die KI-Tools anwenden und das generierte Ergebnis (zum Beispiel Transkripte) für Ihre Studierenden bereitstellen.

Es besteht zudem das Risiko, dass Probleme von Zugänglichkeit, Adaptierbarkeit und Barrierefreiheit individualisiert werden. Auf diese Weise wird Techno-Ableism (OECD 2024) erzeugt.

Exkurs zu Techno-Ableism

„Technoableism is a belief in the power of technology that considers the elimination of disability a good thing, something we should strive for.“ (Shew 2023 )

Nicht-behindert sein wird dabei als erstrebenswerter Zustand und implizit höherwertig angesehen. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass Technologie Probleme von Gerechtigkeit, Inklusion, Partizipation und Gleichberechtigung nicht lösen kann. Individuelle Lösungen sind oft gefährlich, da sie bestehende Stereotype verstärken können (zum Beispiel die Annahme, dass sich Menschen mit Behinderungen nur genug anpassen müssen) ohne die zugrunde liegenden Strukturen zu verändern.

Was unter Gesichtspunkten von diversitätssensibler und inklusiver Bildung besonders zu beachten ist, sind generelle Probleme bei der Anwendung von generativer KI, wie die Reproduktion von Stereotypen, und die nicht vorhandene gleichberechtigte Repräsentation aller Bevölkerungsgruppen. Diskriminierende Praktiken sind in generativer Technologie inhärent. Das bedeutet für Sie, wenn Sie sie nutzen: Sie müssen wachsam sein, um die Diskriminierung zu erkennen, und dann nacharbeiten. Gleichzeitig besteht das Potential, durch technische Unterstützung den eigenen Verzerrungen und Vorannahmen (Bias) auf den Grund zu kommen.

Datenschutz und Verantwortlichkeiten sind zudem oftmals unklar oder gar nicht geregelt (EC 2022). Die Ruhr-Universität stellt mit GPT@RUB eine den EU-Datenschutzrichtlinien entsprechende Anwendung zur Verfügung.

Achten Sie ebenso darauf, sozio-emotionale Aspekte des Lernens zu berücksichtigen, zum Beispiel durch Interaktion und kooperative Formate. Ein übermäßiges individualisiertes Lernen mit KI-Tools kann diese sozio-emotionalen Aspekte des Lernens vernachlässigen (OECD 2024).

Aus diesen Chancen und Risiken leiten wir vier konkrete Empfehlungen für Sie als Lehrende ab:

  1. Informieren Sie sich, um KI zu verstehen. Lernen Sie, welche Aspekte für einen vertrauensvollen Einsatz notwendig sind, und welche Fragen an ein Tool zu stellen sind, um diese Aspekte zu überprüfen. Die Europäische Kommission hat Leitfragen für Lehrende entwickelt, die dabei helfen können (EC 2022).
  2. Besuchen Sie Fortbildungen (an der RUB z.B. Innovation trifft Inklusion: KI-Anwendungen für barrierefreie Medien), um einen KI-Einsatz für Ihre Lehre begründet abwägen zu können, um selbigen auszuprobieren, sich über Möglichkeiten auszutauschen, wie KI im Sinne von inklusiver Bildung einzusetzen ist, und wie die Risiken begrenzt werden können.
  3. Nutzen Sie Daten und Learning Analytics. Diese können hilfreich sein, um eine erste Unterstützung für die Studierenden (KI-generiertes „Feedback“, automatisierter Hinweis auf Texte oder andere Lehrmaterialien) sicherzustellen.
  4. Sprechen Sie mit Ihren Kolleg*innen über KI-Tools und ihren möglichen Einsatz in der Lehre. Treffen Sie Entscheidungen für oder gegen ein Tool im Team und in Absprache. Es ist bislang unklar, welche weiteren Auswirkungen der Gebrauch von KI-Tools auf die Interaktionen und Dynamiken an der Hochschule und im Lehrsetting haben wird. Im Sinne inklusiver Pädagogik kann dazu geraten werden, der Isolation, die durch vermehrte Anwendung individueller Tools entsteht, durch gezielte Kooperation und Interaktion während der Lehrveranstaltung entgegenzuwirken.

[1] Wir sind uns bewusst, dass ein generatives Sprachmodell nicht beraten, informieren und unterstützen kann, sondern halluzinierte Wahrscheinlichkeiten produziert. Daher setzen wir diese Wörter hier und im Folgenden in Anführungszeichen.

Möglichkeiten für den KI-Einsatz

Sprache:   

Die automatische Übersetzung von Texten sowie die Transkription von gesprochenem Text sind Funktionen, die heute in guter Qualität von KI-Tools geleistet werden können. Dies ermöglicht Studierenden, Videos, Vorträgen oder Diskussionen besser folgen zu können. Einige KI-Tools bereiten die entstehenden Texte auch visuell auf, um das Verstehen zu erleichtern. Wichtig ist es, auf den Datenschutz zu achten und keine persönlichen Daten einzuspeisen, sowie das Einverständnis der beteiligten Personen mit der Transkription einzuholen. Eine Überprüfung der entstehenden Texte auf inhaltliche Korrektheit ist ebenfalls sinnvoll.

Aktivierung und Zusammenarbeit:

Die Gestaltung von interaktiven und game-based Elementen in der Lehre kann durch verschiedene KI-Tools unterstützt werden, die zum Beispiel Quizze und Lernspiele erstellen. Aufwendiger ist die Erstellung von Bildern und Videos mithilfe von generativer KI, die Inhalte vom Text lösen. Dies ermöglicht eine dynamische Gestaltung der Lehre. Beachten Sie dabei die Repräsentation von Verschiedenheit im Produkt, sowie das Ergebnis auf Bias und Stereotype zu überprüfen. Die fachliche Korrektheit sollten Sie ebenfalls sicherstellen.

Diskriminierungs- und Barrierefreiheit:

Bei der Sicherung von Barrierefreiheit können KI-Tools Ihnen helfen, Bildbeschreibungen zu erstellen, Videos zu untertiteln, automatisches Tagging von Dokumenten vorzunehmen, sowie Texte in einfache Sprache umzuwandeln und damit leichter verständlich zu machen. Formatänderungen, zum Beispiel Text in Ton oder umgekehrt sind leicht zu vollziehen. Sie sollten auch hier darauf achten, alle Ergebnisse noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten, damit die fachliche Korrektheit sichergestellt ist.

Gleichzeitig sind KI-Tools bei geeigneter Instruktion, sog. Prompting, auch dafür geeignet, diskriminierende Elemente in Materialien zu identifizieren, und Hinweise für eine inklusivere Formulierung oder Gestaltung zu geben.

Material:

KI-Tools und eigens dafür programmierten Chat-Sprachmodellen (zum Beispiel Ludia) können die Umsetzung von Universal Design for Learning unterstützen. Sie können für ein Lernziel oder die Auseinandersetzung mit einem Material verschiedene Aufgaben und Aktivitäten generieren lassen. Gleichzeitig können Sie das Material in verschiedene Formate verwandeln lassen. Durch geschicktes Prompting können Sie konkrete Aufgabenformulierungen, Arbeitsblätter, Bearbeitungshinweise und differenzierte Lernmaterialien erstellen lassen. Dies ermöglicht Studierenden die Entscheidung, welche Art Material und welche Art Aktivität sie durchführen möchten, um das angestrebte Lernziel zu erreichen. Eine abschließende Überprüfung der erstellten Materialien und Aufgaben durch Sie als Lehrperson ist notwendig, insbesondere auch, um Bias der generativen KI auszugleichen.

Prüfungsvorbereitung und Prüfung:

Künstliche Intelligenz kann Ihnen helfen, verschiedene Übungsmaterialien, Prüfungsformate und Fragen zu entwickeln, die auf den spezifischen Anforderungen der Prüfungen basieren und dabei verschiedene Schwierigkeitsgrade und Bedürfnisse der Studierenden berücksichtigen (z.B. Sprache, Prüfungsformatänderung bei Nachteilsausgleich).

Wie bei den vorher erwähnten Punkten müssen Sie auf die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien sowie die fachliche Korrektheit achten.

Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand Juli 2025) ist von einer Nutzung von KI-Tools bei der Bewertung von Prüfungsleistungen dringend abzuraten. Die aktuell angebotene Qualität der Tools ist dafür unzureichend.

Bewusstsein und Selbstreflexion:

KI-Tools können von Ihnen als „dialogisches Gegenüber“ oder „critical friend“ genutzt werden. Dies kann eine sehr niedrigschwellige erste Reflexion Ihrer eigenen Lehrpraktiken ermöglichen, und erste Ideen zur Weiterentwicklung generieren. Bei einer solchen Nutzung von KI-Tools ist das Einüben von entsprechendem ‚Prompting‘ sinnvoll. Hierzu gibt zum Beispiel AI for education mit einer ‚prompt library‘ Anregungen.

Fazit

Diversitätssensible und inklusive Hochschullehre ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil guter Lehre. Sie zielt darauf ab, allen Studierenden – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um Barrierefreiheit im technischen Sinne, sondern um eine grundsätzliche Haltung zu Dialog, Wertschätzung und Reflexion.

Sie als Lehrperson tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Sie gestalten mit Ihren Entscheidungen Inhalte und Methoden sowie Teilhabe und Ausschlüsse. Die gute Nachricht: diversitätssensible und inklusive Lehre muss und kann nicht perfekt sein. Schon mit kleinen, bewussten Veränderungen – etwa bei der Sprache, den Materialien oder den Prüfungsformen – können Sie viel bewirken.

Eine zweite gute Nachricht: Sie sind nicht allein. Sprechen Sie Kolleg*innen, Mitarbeiter*innen in lehrunterstützenden Einheiten oder in Ihrem Inklusionsbüro an. An der RUB finden Sie Informationen und Ansprechpartner*innen beim Programm Inklusive Hochschule sowie in der Antidiskriminierungsstelle. Nutzen Sie auch Ihre Studierenden als Gesprächspartner*innen. Diversitätssensible und inklusive Lehre ist Teamwork.

Und: diversitätssensible und inklusive Lehre ist ein Prozess. Sie erfordert kein vollständiges Neudenken jeder Veranstaltung, wohl aber die Bereitschaft, Gewohntes zu hinterfragen und sich auf neue Perspektiven einzulassen. Informieren Sie sich über Unterstützungsangebote für Lehrende an Ihrer Hochschule, etwa in Form von Fortbildungen und Beratungen, der Bereitstellung barrierearmer Infrastruktur und inklusionsspezifischer Leitlinien. Diversitätssensible und inklusive Hochschullehre ist somit auch ein Lernprozess für Sie als Lehrperson – einer, der nicht nur Herausforderungen, sondern auch Bereicherung und Entwicklung bedeutet.

Kurzum: diversitätssensible und inklusive Hochschullehre ist ein Ausdruck von Haltung, Verantwortung und Gestaltungsmut. Sie verlangt nicht Perfektion, sondern Bereitschaft zur Veränderung. Und sie schafft Räume, in denen Bildung für alle zugänglich wird.

Literatur

Die Link-Tipps aus dem Text auf einen Blick:

AI for education (2025): GenAI Chatbot Prompt Library for Educators.

Deutsches Studierendenwerk (2023): Hochschuldidaktik.

LUDIA (2025): LUDIA.

RUB (2025): Antidiskriminierungsstelle der RUB.

RUB (2025): Diversitätsstrategie.

RUB (2025): GPT@RUB.

RUB (2025): Handreichung für eine genderinklusive Sprache.

RUB (2025): Inklusive Hochschule.

RUB (2023): Inklusionsstrategie für Studium und Lehre.

RUB (2025): Kontaktstelle barrierefreie Prüfungen (KoBaP).

RUB (2025): Methodenzentrum.

RUB (2025): RUBcast – Veranstaltungsaufzeichnung.

RUB (2025): Toolbox Digitale Barrierefreiheit.

ZfW (2025): Barrierefrei Lehren

ZfW (2025): Hochschuldidaktische Qualifizierung.

ZfW (2025): Schreibcafé.

ZfW (2025): Teaching Analysis Poll.

 

Quellen

Autor*innenkollektiv Rassismuskritischer Leitfaden (2015): Rassismuskritischer Leitfaden zur Reflexion bestehender und Erstellung neuer didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanischer Diaspora.

Biggs, John; Tang, Catherine (2011): Teaching for Quality Learning at University. What the Student Does. Open University Press & McGraw-Hill Education.

BMZ (2023): SDG 4: Hochwertige Bildung.

Booth, Tony; Ainscow, Mel (2011): Index for Inclusion. Developing Learning and Participation in Schools. Bristol: Centre for Studies on Inclusive Education.

CAST (2024): UDL On Campus. Universal Design for Learning in Higher Education.

Center for Equity, Gender & Leadership (2024): Understanding inclusive Language. A Framework.

Theresia, Degener; Mogge-Grotjahn, Hildegard (2012): „All inclusive“? Annäherungen an ein interdisziplinäres Verständnis von Inklusion. In: Balz, Hans-Jürgen; Benz, Benjamin; Kuhlmann, Carola (Hrsg.): Soziale Inklusion. Grundlagen, Strategien und Projekte in der Sozialen Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 59-77.

EC (2022): Ethical guidelines on the use of artificial intelligence (AI) and data in teaching and learning for educators.

Genkova, Petia; Ringeisen, Tobias (2016), (Hrsg.): Handbuch Diversity Kompetenz. Perspektiven und Anwendungsfelder. Wiesbaden: Springer.

Hattie, John (2015): The Applicability of Visible Learning to Higher Education. In: Scholarship of Teaching and Learning in Psychology, Vol. 1, No. 1, 79–91.

Kaufmann, Margrit E. (2016): Diversity nicht ohne Intersektionalität. In: Petia Genkova und Tobias Ringeisen (Hrsg.): Handbuch Diversity Kompetenz: Perspektiven und Anwendungsfelder. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, S. 1–16.

Oberle, Monika; Stamer, Märthe-Maria (2023): Politische Bildung in der superdiversen Gesellschaft. Frankfurt am Main: Wochenschau Verlag.

OECD (2024):  The potential impact of Artificial Intelligence on equity and inclusion in education.

Prengel, Annedore (1993): Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung in Interkultureller, Feministischer und Integrativer Pädagogik. Opladen: Leske & Budrich.

Prengel, Annedore (2015): Pädagogik der Vielfalt: Inklusive Strömungen in der Sphäre spätmoderner Bildung. In: Erwägen Wissen Ethik (EWE) 26, Heft 2.

Schildmann, Ulrike; Schramme, Sabrina; Libuda-Köster, Astrid (2018): Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Bochum: Projektverlag.

Shew, Ashley (2023): Against Techno-Ableism. Rethinking Who Needs Improvement. New York: W. W. Norton & Company.

UN (2006): A Convention on the Rights of Persons with Disabilities.

UNESCO (1994): Die Salamanca Erklärung und der Aktionsrahmen zur Pädagogik für besondere Bedürfnisse.

Vereinte Nationen (2016): Allgemeine Bemerkung Nr. 4 zum Recht auf inklusive Bildung.

Autor*innen

  • Dr. Astrid Tan, koordiniert das hochschuldidaktische Teilprojekt der Europäischen Universität UNIC für das Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkte: Virtual Exchange, Entwicklung von (digitalen) Materialien für Lehrende zum Thema Interkulturelle Lehre. Zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Inklusive Bildung., astrid.tan@rub.de
  • Dr. Robin Matz, Mitarbeiter im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Tätigkeitsschwerpunkte: Hochschuldidaktisches Qualifizierungsprogramm, Betreuung von Studierenden, Beratung zu Lehrkonzepten.

Autor*innen

  • Dr. Astrid Tan, koordiniert das hochschuldidaktische Teilprojekt der Europäischen Universität UNIC für das Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkte: Virtual Exchange, Entwicklung von (digitalen) Materialien für Lehrende zum Thema Interkulturelle Lehre. Zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Inklusive Bildung., astridtan
  • Dr. Robin Matz, Mitarbeiter im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Tätigkeitsschwerpunkte: Hochschuldidaktisches Qualifizierungsprogramm, Betreuung von Studierenden, Beratung zu Lehrkonzepten.

Stand: