Möglichkeiten für den KI-Einsatz
Sprache:
Die automatische Übersetzung von Texten sowie die Transkription von gesprochenem Text sind Funktionen, die heute in guter Qualität von KI-Tools geleistet werden können. Dies ermöglicht Studierenden, Videos, Vorträgen oder Diskussionen besser folgen zu können. Einige KI-Tools bereiten die entstehenden Texte auch visuell auf, um das Verstehen zu erleichtern. Wichtig ist es, auf den Datenschutz zu achten und keine persönlichen Daten einzuspeisen, sowie das Einverständnis der beteiligten Personen mit der Transkription einzuholen. Eine Überprüfung der entstehenden Texte auf inhaltliche Korrektheit ist ebenfalls sinnvoll.
Aktivierung und Zusammenarbeit:
Die Gestaltung von interaktiven und game-based Elementen in der Lehre kann durch verschiedene KI-Tools unterstützt werden, die zum Beispiel Quizze und Lernspiele erstellen. Aufwendiger ist die Erstellung von Bildern und Videos mithilfe von generativer KI, die Inhalte vom Text lösen. Dies ermöglicht eine dynamische Gestaltung der Lehre. Beachten Sie dabei die Repräsentation von Verschiedenheit im Produkt, sowie das Ergebnis auf Bias und Stereotype zu überprüfen. Die fachliche Korrektheit sollten Sie ebenfalls sicherstellen.
Diskriminierungs- und Barrierefreiheit:
Bei der Sicherung von Barrierefreiheit können KI-Tools Ihnen helfen, Bildbeschreibungen zu erstellen, Videos zu untertiteln, automatisches Tagging von Dokumenten vorzunehmen, sowie Texte in einfache Sprache umzuwandeln und damit leichter verständlich zu machen. Formatänderungen, zum Beispiel Text in Ton oder umgekehrt sind leicht zu vollziehen. Sie sollten auch hier darauf achten, alle Ergebnisse noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten, damit die fachliche Korrektheit sichergestellt ist.
Gleichzeitig sind KI-Tools bei geeigneter Instruktion, sog. Prompting, auch dafür geeignet, diskriminierende Elemente in Materialien zu identifizieren, und Hinweise für eine inklusivere Formulierung oder Gestaltung zu geben.
Material:
KI-Tools und eigens dafür programmierten Chat-Sprachmodellen (zum Beispiel Ludia) können die Umsetzung von Universal Design for Learning unterstützen. Sie können für ein Lernziel oder die Auseinandersetzung mit einem Material verschiedene Aufgaben und Aktivitäten generieren lassen. Gleichzeitig können Sie das Material in verschiedene Formate verwandeln lassen. Durch geschicktes Prompting können Sie konkrete Aufgabenformulierungen, Arbeitsblätter, Bearbeitungshinweise und differenzierte Lernmaterialien erstellen lassen. Dies ermöglicht Studierenden die Entscheidung, welche Art Material und welche Art Aktivität sie durchführen möchten, um das angestrebte Lernziel zu erreichen. Eine abschließende Überprüfung der erstellten Materialien und Aufgaben durch Sie als Lehrperson ist notwendig, insbesondere auch, um Bias der generativen KI auszugleichen.
Prüfungsvorbereitung und Prüfung:
Künstliche Intelligenz kann Ihnen helfen, verschiedene Übungsmaterialien, Prüfungsformate und Fragen zu entwickeln, die auf den spezifischen Anforderungen der Prüfungen basieren und dabei verschiedene Schwierigkeitsgrade und Bedürfnisse der Studierenden berücksichtigen (z.B. Sprache, Prüfungsformatänderung bei Nachteilsausgleich).
Wie bei den vorher erwähnten Punkten müssen Sie auf die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien sowie die fachliche Korrektheit achten.
Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand Juli 2025) ist von einer Nutzung von KI-Tools bei der Bewertung von Prüfungsleistungen dringend abzuraten. Die aktuell angebotene Qualität der Tools ist dafür unzureichend.
Bewusstsein und Selbstreflexion:
KI-Tools können von Ihnen als „dialogisches Gegenüber“ oder „critical friend“ genutzt werden. Dies kann eine sehr niedrigschwellige erste Reflexion Ihrer eigenen Lehrpraktiken ermöglichen, und erste Ideen zur Weiterentwicklung generieren. Bei einer solchen Nutzung von KI-Tools ist das Einüben von entsprechendem ‚Prompting‘ sinnvoll. Hierzu gibt zum Beispiel AI for education mit einer ‚prompt library‘ Anregungen.