Was kann ich in meiner Lehre tun?
Inklusive Hochschullehre profitiert von allen Maßnahmen, die gute Lehre unterstützen. Das heißt zum Beispiel, klare Lernziele festzulegen, Kriterien für den Lernerfolg zu entwickeln, zu kommunizieren und zu überprüfen, und Aktivitäten, Schwierigkeitsgrade, Feedback und Prüfungen darauf abzustimmen – ganz im Sinne des constructive alignments (Biggs & Tang 2011). Als wirksame Strategie hat sich erstens erwiesen, während des Lernprozesses zum Beispiel über formative Prüfungen von der Zielgruppe Feedback über ihren Lernprozess einzuholen. Es gilt, die so gewonnenen Erkenntnisse zu bewerten und für die weitere Planung zu nutzen. Zweitens ist die Zusammenarbeit von Lehrenden während der Planung von Lehrveranstaltungen wirksam (Hattie 2015).
Universal Design for Learning (UDL) ist ein etablierter Ansatz, um Lehre für eine heterogene Gruppe zugänglich und damit inklusiv zu machen. UDL berücksichtig drei wichtige Aspekte (CAST 2024):
- Inhalte werden auf verschiedene Arten präsentiert (Repräsentation).
- Die Lernenden haben die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf unterschiedliche Art und Weise zu demonstrieren (Aktivität und Ausdruck).
- Und der Lernprozess wird so gestaltet, dass er für alle Lernenden motivierend und herausfordernd ist (Engagement).
Wahrscheinlich setzen Sie bereits Maßnahmen um, die Studierende mit unterschiedlichen Bedürfnissen unterstützen – vielleicht, ohne es bisher aktiv als inklusiv wahrzunehmen. Einige Aspekte sind für die Gestaltung inklusiver Lehre besonders wichtig, diese führen wir im Folgenden etwas detaillierter aus. Um Ihnen eine strukturierte Orientierung zu geben, haben wir diese Aspekte in verschiedene Teilbereiche inklusiver Hochschullehre gegliedert.
Abbildung 1 : Übersicht über wichtige didaktische und organisatorische Teilbereiche inklusiver Hochschullehre. Quelle: eigene Darstellung.