Aktivierung und Zusammenarbeit
Eine inklusive Hochschullehre ermöglicht es allen Studierenden, sich aktiv am Lernprozess zu beteiligen – unabhängig von individuellen Stärken, Vorlieben oder möglichen Barrieren. Durch studierendenzentrierte Methoden, unterschiedliche Beteiligungsformate und eine bewusste Zusammenstellung von Gruppen können Sie dazu beitragen, dass alle Studierenden eingebunden werden und produktiv zusammenarbeiten. Bleiben Sie mit Ihren Studierenden im Gespräch, um zu erfahren, welche Hilfestellungen sie in Gruppenarbeiten benötigen.
1) Vielfältige Beteiligungsformate anbieten: Nicht alle Studierenden fühlen sich in mündlichen Diskussionen wohl. Bieten Sie daher im Sinne von UDL verschiedene Möglichkeiten der aktiven Teilnahme an oder variieren Sie diese im Verlauf der Veranstaltung – beispielsweise durch schriftliche Beiträge/Chats, den Einsatz von Voting- oder Abstimmungstools für ggfs. anonyme Rückmeldungen oder digitale Diskussionsforen. So ermöglichen Sie allen Studierenden, sich entsprechend ihrer individuellen Präferenzen und Bedürfnisse einzubringen.
2) Gruppen bewusst bilden: Gruppenzusammensetzungen können darüber entscheiden, ob sich Studierende einbezogen fühlen oder nicht. Nutzen Sie daher verschiedene Mechanismen zur Gruppenfindung, etwa zufällige Zuweisungen oder rotierende Gruppen. So verhindern Sie, dass sich immer dieselben Gruppen bilden und/oder einzelne Studierende ausgeschlossen werden. Kommunizieren Sie den Studierenden den Mehrwert wechselnder Gruppen, wie u.a. den Perspektivwechsel, oder das Kennenlernen neuer Arbeitsweisen und sozialer Vielfalt.
3) Einzel- und Gruppenarbeit kombinieren: Manche Studierende arbeiten lieber eigenständig, während andere in Zusammenarbeit besser lernen. Integrieren Sie daher sowohl Gruppen- und Partner- als auch Einzelarbeitsphasen in Ihre Lehrveranstaltungen. So ermöglichen Sie es den Studierenden, verschiedene Arbeitsweisen auszuprobieren und von beiden Formaten zu profitieren. Achten Sie darauf, dass die Aufgaben sinnvoll gestaltet sind und sich an den Lernzielen orientieren, damit beide Arbeitsformen einen echten Mehrwert bieten.
4) Feedback von den Studierenden einholen: Damit Studierende motiviert und engagiert miteinander kooperieren, ist es wichtig, ihre Perspektive auf die Zusammenarbeit einzuholen. Studierende haben jedoch unterschiedliche Präferenzen, wie sie Feedback geben möchten. Bieten Sie daher mehrere Möglichkeiten an – anonym, persönlich, mündlich oder schriftlich, digital oder analog. So können Sie sicherstellen, dass Sie mehr und besseres Feedback erhalten, das Ihnen hilft, Gruppenarbeiten besser zu begleiten, und die Lehrveranstaltung gezielt an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen. Eine wertvolle Möglichkeit, Feedback einzuholen, ist zum Beispiel die Durchführung eines Teaching Analysis Poll.
5) Eine positive Lernatmosphäre schaffen: Indem Sie studierendenzentriert und mit einem offenen Ohr für die Rückmeldungen Ihrer Studierenden Ihre Lehre gestalten, tragen Sie zu einer positiven Lernatmosphäre bei. Wir wollen an dieser Stelle explizit die Wichtigkeit des Lernklimas hervorheben. Eine positive Atmosphäre sorgt für Wohlbefinden und ermutigt Studierende dazu, sich aktiv zu beteiligen und bei Unklarheiten um Erklärungen zu bitten.