Diskriminierungs- und Barrierefreiheit
Eine diskriminierungsfreie und barrierearme Lehr- und Lernumgebung stellt sicher, dass alle Studierenden unabhängig von individuellen Einschränkungen oder sozialen Hintergründen gleichberechtigt teilhaben können. Durch gezielte Maßnahmen können Sie strukturelle Hürden abbauen und eine respektvolle Atmosphäre fördern.
1) Räumliche Barrieren abbauen: Falls Sie Einfluss auf die Raumvergabe für Ihre Lehrveranstaltung haben, achten Sie darauf, dass barrierefreie Zugänge und Sitzplätze vorhanden sind. So ermöglichen Sie allen Studierenden eine gleichberechtigte Teilnahme. Falls die Raumvergabe nicht in Ihrer Hand liegt, können Sie sich dennoch vorab über die Gegebenheiten informieren und gegebenenfalls alternative Lösungen vorschlagen. Fragen Sie vorher oder zu Beginn der Veranstaltung besondere Bedarfe hinsichtlich des Raums ab, zum Beispiel sind Personen mit Hörbeeinträchtigungen oft auf Mikrofonnutzung angewiesen.
2) Barrierefreiheit transparent kommunizieren: Informieren Sie Studierende bereits vor der ersten Veranstaltung über die barrierefreien Zugangsmöglichkeiten. Geben Sie klare Hinweise, wie Studierende den Raum problemlos erreichen können und welche Unterstützungsangebote es gibt. So schaffen Sie Planungssicherheit und senken mögliche Hemmschwellen. Fragen Sie auch hier besondere individuelle Bedarfe ab und berücksichtigen Sie evtl. vorhandene Nachteilsausgleiche (resultierend aus einem Rechtsanspruch) für die Lehre. Barrierefreiheit betrifft auch Materialien – siehe nächste Seite.
3) Technische Unterstützung nutzen: Nutzen Sie Mikrofone in größeren Räumen konsequent, um alle Studierenden gleichermaßen zu erreichen. Achten Sie darauf, dass Ihre Stimme gut verständlich ist, und wiederholen Sie bei Bedarf Fragen oder Beiträge aus dem Plenum. Prüfen Sie gegebenenfalls, ob eine Integration von KI-Technologien für den Einbau von Echtzeit-Untertiteln auf der Leinwand für Ihre Veranstaltung sinnvoll ist (Siehe dazu Kapitel „Künstliche Intelligenz und inklusive Hochschullehre“).
Zur technischen Unterstützung gehört auch die Aufzeichnung von Vorlesungen, die für alle Studierenden zur Nacharbeit hilfreich sein kann. An der RUB gibt es bei Vorlesungsaufzeichnungen Unterstützung durch RUBcast.
4) Anti-Diskriminierungsregeln aktiv kommunizieren: Schaffen Sie eine klare Kultur gegen diskriminierendes Verhalten, indem Sie zu Beginn der Veranstaltung transparente Regeln für einen respektvollen Umgang miteinander formulieren bzw. mit den Studierenden gemeinsam erarbeiten. Verweisen Sie gegebenenfalls auf bestehende universitäre Leitlinien oder Unterstützungsangebote für betroffene Studierende (für die RUB: Anti-Diskriminierungsstelle). Dies schafft ein gemeinsames Bewusstsein für eine inklusive Lernumgebung und zeigt, dass diskriminierendes Verhalten aufgegriffen und daraus gelernt wird. Positionieren Sie sich selbst auch als Lernende*r in dieser Hinsicht, und betonen Sie, dass der offene Dialog Ihnen wichtig ist, und gemeinsam Lösungen gefunden werden können.