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Materialien

Lernmaterialien sind ein zentraler Bestandteil jeder Lehrveranstaltung und sollten möglichst barrierefrei gestaltet werden. Durch eine bewusste Gestaltung können Sie sicherstellen, dass das Material für alle Studierenden physisch und pädagogisch zugänglich sowie anschlussfähig an ihre Lebenswelt ist. Einige der hier vorgestellten Maßnahmen erfordern einen höheren Aufwand, sind aber langfristig sinnvoll, da Lernmaterialien häufig über viele Semester hinweg genutzt werden. Allgemein gilt auch hier: Bleiben Sie mit Ihren Studierenden in Kontakt, und stellen Sie klar, dass Sie bereit sind, dazu zu lernen. Kein Material ist perfekt für alle zugänglich. Einige grundlegende Prinzipien können sein:

1) Material digital bereitstellen: Stellen Sie Materialien digital zur Verfügung und achten Sie darauf, dass PDFs mit Texterkennung versehen sind, damit sie von Screenreadern gelesen werden können. Wählen Sie Farben bewusst aus, um beispielsweise Studierende mit Rot-Grün-Schwäche nicht auszuschließen. Achten Sie bei der Farbwahl auch auf die Kontraste.

2) Videos mit Untertiteln versehen: Falls Sie Videos verwenden, stellen Sie sicher, dass sie untertitelt sind, um sie für Studierende mit Hörbeeinträchtigungen oder Studierende, die Deutsch als Zweitsprache nutzen, zugänglich zu machen. Einige Tools können auch dabei helfen, Transkripte von Video- oder Audiodateien zu erstellen. Prüfen Sie, ob Sie diese universal zur Verfügung stellen wollen, oder an Studierende nach Bedarf herausgeben.

3) Inhalte unterschiedlich darstellen: Binden Sie Inhalte in verschiedenen Formaten ein, zum Beispiel als Text, Audio oder Video, um verschiedene Informations- und Verarbeitungskanäle anzusprechen. Die Materialien können auch im Zeitverlauf der Veranstaltung variieren.

4) Aktivitäten und Ergebnisse variieren: Regen Sie die Studierenden zu unterschiedlichen Aktivitäten an und verlangen Sie unterschiedliche Ergebnisse (zum Beispiel Bericht, Präsentation, Poster, Audiodatei/Podcast und weitere). Lernziele können meist auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlichen Sozialformen erreicht werden. Generell verlangen Lernziele auf einer höheren Taxonomiestufe meist auch ein höheres Level an Kooperation und Austausch. Ergebnisse können wiederum auf sehr verschiedene Weise belegen, was die Studierenden gelernt haben. Auch hier können abhängig vom Lernziel variable Möglichkeiten eingesetzt werden (CAST 2024). 

Speziell für die digitale Barrierefreiheit verweisen wir an dieser Stelle auch auf die Toolbox Digitale Barrierefreiheit an der RUB.

Autor*innen

  • Dr. Astrid Tan, koordiniert das hochschuldidaktische Teilprojekt der Europäischen Universität UNIC für das Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkte: Virtual Exchange, Entwicklung von (digitalen) Materialien für Lehrende zum Thema Interkulturelle Lehre. Zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Inklusive Bildung., astridtan
  • Dr. Robin Matz, Mitarbeiter im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Tätigkeitsschwerpunkte: Hochschuldidaktisches Qualifizierungsprogramm, Betreuung von Studierenden, Beratung zu Lehrkonzepten.

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