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Prüfungsvorbereitung und Prüfung

und deren Vorbereitung trägt dazu bei, faire Bedingungen für alle Studierenden zu schaffen. Dabei geht es sowohl um transparente Anforderungen als auch um alternative Prüfungsformate, die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen können. Bei allen Möglichkeiten der Vorbereitung und Gestaltung von Prüfungen müssen Sie immer die für Ihre Studierenden geltenden Prüfungsordnungen mit einbeziehen.

1) Feedback einholen: Kontinuierliches formatives Feedback ist ein zentraler Aspekt für gelingendes Lernen, und erlaubt Ihnen als Lehrperson, die Lernaktivitäten anzupassen. Sie können mit kleinen Quizzen, Zwischenabgaben, Protokollen, und weiteren Aktivitäten arbeiten, die nicht in die Abschlussnote einfließen. Sie dienen Ihnen und den Studierenden als Hinweise, welche Inhalte noch mehr gelernt werden müssen, welche Kompetenzen noch nicht den Lernzielen entsprechen, oder in welchen Gebieten der Lernstand bereits hoch ist und Sie zum nächsten Thema übergehen können. Moodle kann Sie durch automatisiertes Feedback an die Studierenden unterstützen. Außerdem kann bei bestimmten Aufgaben (z. B. Rechenübungen in der Mathematik) Peer-Feedback eingesetzt werden.

2) Klare Bewertungsmaßstäbe setzen: Kommunizieren Sie Ihre Bewertungskriterien frühzeitig (d.h. in den ersten Sitzungen der Veranstaltung) und transparent. Erklären Sie den Studierenden, worauf Sie bei der Beurteilung achten und welche Anforderungen für eine erfolgreiche Prüfung erfüllt sein müssen. So reduzieren Sie Unsicherheiten und sorgen für faire Bedingungen. Im Sinne des constructive alignment orientieren sich die Prüfungsanforderungen sinnvollerweise eng an den Lernzielen. Auch die Lernaktivitäten während der Vorlesungszeit sind an den Prüfungsanforderungen ausgerichtet. Idealerweise stellen Sie die Bewertungskriterien auch schriftlich über das Lernmanagementsystem zur Verfügung, damit alle Studierenden darauf Zugriff haben und gegebenenfalls nachlesen können.

3) Prüfungssprache reflektieren: Überlegen Sie – auch in Hinblick auf Ihre geltende Prüfungsordnung und die didaktische Passung – ob Sie Ihren Studierenden Prüfungen in englischer Sprache ermöglichen können. Dies kann unter anderem für Lehrveranstaltungen mit internationalen Studierenden oder Austauschstudierenden sinnvoll sein.

4) Prüfungsformate variieren: Bieten Sie unterschiedliche Prüfungsformate an – sofern es organisatorisch nicht unmöglich oder in der Prüfungsordnung verboten ist – zum Beispiel mündliche und schriftliche Prüfungen, Hausarbeiten oder hybride Formate.  Studierende können so ihr Wissen bestmöglich je nach ihren individuellen Stärken unter Beweis stellen. Studierende mit Redeflussstörungen können außerdem davon profitieren, wenn sie bspw. bei Präsentationen die Möglichkeit zu einer Vorabaufzeichnung erhalten. Suchen Sie auch hier gemeinsam mit den betreffenden Personen nach geeigneten Varianten.

5) Prüfungsformen üben: Integrieren Sie gezielte Übungen zur Prüfungsvorbereitung in Ihre Lehrveranstaltung. Beispielsweise können Sie Prüfungsfragen aus vorherigen Prüfungen besprechen, Probeprüfungen durchführen oder typische Aufgabenformate gemeinsam mit den Studierenden durchgehen. Studierende gewinnen so Sicherheit im Umgang mit der von Ihnen gewählten Prüfungsform.

6) Unterstützungsangebote bekannt machen: Weisen Sie Studierende aktiv auf Unterstützungsangebote Ihrer Hochschule hin, zum Beispiel Schreibunterstützung oder ein Methodenzentrum, sowie auf Nachteilsausgleiche oder Beratungsstellen für barrierefreie Prüfungen. Durch klare Verweise an die richtigen Ansprechpersonen helfen Sie Studierenden, frühzeitig notwendige Maßnahmen zu beantragen und sich optimal vorzubereiten.

Autor*innen

  • Dr. Astrid Tan, koordiniert das hochschuldidaktische Teilprojekt der Europäischen Universität UNIC für das Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkte: Virtual Exchange, Entwicklung von (digitalen) Materialien für Lehrende zum Thema Interkulturelle Lehre. Zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Inklusive Bildung., astridtan
  • Dr. Robin Matz, Mitarbeiter im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Tätigkeitsschwerpunkte: Hochschuldidaktisches Qualifizierungsprogramm, Betreuung von Studierenden, Beratung zu Lehrkonzepten.

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