Sprache
Eine bewusste und inklusive Sprache kann Barrieren für erfolgreiches Lernen abbauen und damit zum Lernerfolg beitragen sowie dazu, dass sich alle Studierenden angesprochen und respektiert fühlen.
1) Verständliche Sprache und Fachbegriffe erklären: In allen Gruppen gibt es unterschiedliche Wissensstände. Besonders deutlich wird dies zum Beispiel in interdisziplinären Veranstaltungen oder in Gruppen unterschiedlicher Fachsemester. Verwenden Sie eine klare und einfache Sprache und erklären Sie Fachbegriffe, um sicherzustellen, dass alle Studierenden den Inhalten folgen können. Nutzen Sie anschauliche Beispiele und wiederholen Sie zentrale Begriffe ausreichend oft, um Verständnislücken zu schließen. Halten Sie zentrale Begriffe auch schriftlich fest, oder lassen durch die Studierenden ein begleitendes Glossar erarbeiten. Etwas aufwendiger für Sie als Lehrperson ist eine Abfrage der unterschiedlichen Wissensstände zu Beginn der Veranstaltung, die einen gezielten Einsatz von differenzierten Ergänzungs- und Übungsmaterialien ermöglicht.
2) Sprachbarrieren erkennen und reduzieren: Falls Studierende nicht mit der Unterrichtssprache als Erstsprache aufgewachsen oder Erstakademiker*innen sind, können unterstützende Maßnahmen hilfreich sein. Nutzen Sie generell visuelle Darstellungen, einfache Satzstrukturen oder ergänzende Übersetzungen, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Achten Sie auch auf Signale seitens der Studierenden, die darauf hinweisen, dass sie diese Unterstützung benötigen. Ebenfalls möglich ist eine Abfrage von Sprachbarrieren zu Beginn der Veranstaltung, um einen Anhaltspunkt zu erhalten, welche Unterstützung insgesamt notwendig ist, oder an welche anderen Strukturen Sie die Studierenden verweisen können. Um Studierende nicht bloßzustellen, wägen Sie ab, in welchem Format die Abfrage geschehen kann.
3) Für gendergerechte Sprache sensibilisieren: Achten Sie auf eine wertschätzende Ansprache. Dies beginnt bereits mit kleinen Anpassungen. Statt ‚Frau/Herr‘ können Sie beispielsweise den Vornamen oder die Kombination aus Vor- und Nachname verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist es, das Duzen von Beginn an aktiv zu etablieren – natürlich immer unter Berücksichtigung der eigenen Lehrpersönlichkeit und der Erwartungshaltung der Studierenden. Ermutigen Sie Studierende zu Beginn einer Veranstaltung, ihre Pronomen und/oder ihre gewählten Namen anzugeben – sei es auf Namensschildern, in Teilnahmelisten, in digitalen Profilen (etwa in Zoom) oder mündlich. Sprechen Sie die Studierenden dann auch so an, damit die anderen Kommiliton*innen sehen, wie es funktioniert. Dies ermöglicht allen, sich entsprechend angesprochen zu fühlen. Kommunizieren Sie offen, dass es in Ihrer Veranstaltung üblich ist, persönliche Pronomen zu respektieren. Wenn Sie selbst Unsicherheiten im Umgang mit gendergerechter Sprache haben, werfen Sie zum Beispiel einen Blick in die Handreichung zu genderinklusiver Sprache der Ruhr-Universität Bochum.
4) Begriffe und Redewendungen sensibel verwenden: Manche Begriffe oder Redewendungen haben diskriminierende Ursprünge oder können unbeabsichtigt ausgrenzend wirken. Überprüfen Sie bewusst Ihren Sprachgebrauch und wählen Sie alternative Formulierungen, um Missverständnisse zu vermeiden. Zum Beispiel ‚Rollstuhlnutzende‘ anstatt ‚an den Rollstuhl gefesselt‘, oder ‚die Generation 60+‘ anstatt ‚die Alten‘ oder ‚Ghana, Syrien, Südafrika‘ anstatt ‚Afrika‘. Zu vermeiden sind auch stereotype Zusammenhänge wie zum Beispiel ‚Chef = alter Mann‘, stattdessen ist es hier sinnvoll, explizit ein differenzierteres Bild entgegenzusetzen. Weiterführende Infos finden Sie u.a. im Rassismuskritischen Leitfaden (Autor*innenkollektiv Rassismuskritischer Leitfaden 2015), oder im Leitfaden Understanding inclusive Language (Center for Equity, Gender & Leadership 2024).